Freitag, 15. August 2014

Lass den Klick in Deiner Stadt

Lass den Klick in Deiner Stadt
Sei professionell und freundlich zu Deinen Kunden
Biete Service an
Nutze das internet für Dich
...Und mach Dir danach keine Sorgen das niemand zu Dir kommt. 



Viele grüne Aufkleber mit schwarzer Schrift auf denen es heisst: "Lass den Klick in Deiner Stadt" sieht man zur Zeit an Ulmer Ladentüren.

Eine Aktion, die darauf hinweist, das man in ulmer Geschäften einkaufen geht, und nicht im Internet bestellt. 

Dienstag Abend, 18:55 Uhr im Studio. Das Telefon klingelt, ein Kunde ist dran. "Ich war vor 2,3 Jahren bei Ihnen und habe Bewerbungsbilder machen lassen. Diese brauch ich jetzt ganz schnell, und die waren auf meinem alten PC abgespeichert."

19:44 Uhr. Die Email mit dem Bild geht an den Kunden raus. Seit 45 Minuten haben wir eigentlich schon geschlossen.  11 Festplatten durchsucht, Bild gefunden, Kunde glücklich. 

Auf die Abenteuer die man im Einzelhandel erlebt will man nicht mehr eingehen. Ich selbst hätte vielleicht auch keine Lust für 2000 Euro 50 Stunden in der Woche durchgehend freundlich sein zu müssen. Unmögliche Kunden, nervige immer wieder kehrende Fragen, Stress. Wie es so ist, das Problem Onlinehandel gibt es schon seit vielen Jahren. Nur merkt man eben jetzt die unterschätzte Auswirkung. Als Fotostudio sind wir davon nicht betroffen. Onlineshop, und Bilder nachbestellen sind Bestandteile von uns , und das seit Jahren. 

Wer allerdings die Warenwirtschaftliche Möglichkeit hat, sollte darüber nachdenken, seinen Kunden auch eine Onlineinkaufsmöglichkeit zu geben. 

Wenn manche Chefs wüssten was alles passiert, überwacht das Geschäftsführerauge nicht höchstpersönlich den Laden, Sie würden vermutlich morgen alleine da stehen. Das Thema Personal ist bei der Selbstständigkeit mit unter eines der schwersten. Richtig gutes Personal hat Ansprüche, richtig schlechtes ruiniert den Ruf. 

Wenn man durch die Läden schlendert, und Gespräche und Situationen mitbekommt, bleibt die Frage nicht offen, warum es überhaupt soweit kommen musste.


Damals und Heute an einem Platz - Ulm
Wenn ich Nachts nicht schlafen kann liege auch ich mit dem Ipad im Bett, und freu mich wenn ich etwas gefunden habe, von dem ich gar nicht wusste das es dies überhaupt gibt. Speziellere Dinge die in Ulm nicht geführt werden, oder weil einem einfach die Zeit fehlt. Preise vergleichen - Vollautomatisch, Bergwertungen zur Funktionalität, und Qualität inclusive. Die Onlinewelt ist schön bunt, und man hat das Gefühl von Weihnachten wenn man sich auf das Päckchen freut. 

Viele Menschen die ein Geschäft in Ulm haben kenne ich sehr lange. Ich weiss wer den Internetkireg überleben wird, und wer an der Verkaufsfront fällt. Woher ? Man fühlt sehr schnell ob man sich als Kunde wohlfühlt, man gerne wieder kommt. Jemanden 500 Euro für ein paar neue Klamotten hinter hertragen, die von meiner Frage des Stoffes genervt ist, macht keinen Spaß. Wenn die Verkäuferin mit Ihrer Freundin redet, die gerade zu besuch ist, dann gönn ich das den beiden. Bemerkt man mich als Kunden und versucht zu fliehen, finde ich fast immer ein kürzere Gasse, um den Fluchtweg abzuschneiden. Und das :"Kollege kommt gleich Spiel" ist mit 1,2 Sätzen ziemlich schnell beendet.
manchmal steckt gar keine Absicht dahinter. Sondern einfach nur fehlendes Taktgefühl. Die innere Kündigung, oder das Wissen, dass das Praktikum ja eh nur noch 2 Tage dauert, dann sieht mich dieser Laden eh nie wieder. Mich, im übrigen als Kunden auch nicht. 

Wir alle leben von Empfehlungen. Im übrigen auch in privater Natur. Was gibt es schöneres als zu sagen:" Klar, geht hier und dort hin, sag einen Gruss von mir"? Das ist einer der unschlagbaren Vorteile gegenüber dem Onlinekauf. Nur, wen empfiehlt man denn wirklich ruhigen Gewissens weiter?  Die, bei denen man sich wohl fühlt, und Ahnung haben. Ob Fachgeschäft, Dienstleister, was auch immer. Bevor ich jemanden empfehle für den der schönste Platz auf dieser Welt das durchgesessene Sofa ist, schick ich Ihn auf die beste Webseite die mir zum Thema einfällt.

Natürlich brauch man Essen, Styling, Klamotten öfters als Fotos. und natürlich erwarte zumindest ich nie, das eine 1:1 Empfehlung zurück kommt. Aber ein kleines Danke kommt an und für sich immer. Und das ist mehr wert, als der 10 EUR Danke schön Gutschein aus dem Internet.

Manchmal könnte man meinen, je hochwertiger das Geschäft, desto , ich will jetzt nicht sagen arroganter, aber das würde es treffen, ist die Behandlung als zahlender Kunde. Ich kann niemanden sein Millionärsdasein ansehen. Kluge Menschen, die es zu etwas gebracht haben, machen viel das man dies auch nicht erkennt. Umgekehrt funktioniert dieses Spiel im übrigen auch. Wer hat es notwenig es nach aussen zu tragen? Diese Sorte Kunde wird keine 3.599 EUR für den Anzug bezahlen. Er wird vielleicht Posten: " Puh, heute mal wieder bei xy gewesen, die haben ja nur Müll zum anziehen". Kaufen wird er aber die gefäschte Marke für 79,90 EUR mit einem Klick der auch nicht in der Stadt bleibt.

Ich wünsche mir viele Klicks auf meiner Seite. Ob Schuhmacher, oder Lieschen Müller in mein Studio kommt, so werde ich zu beiden freundlich sein, weil ich mich einfach darüber freue. Ich werde weiterhin Spaß beim shoppen in Ulm haben, und auch Dinge Online kaufen. Beim Shoppen in Ulm spricht man immer mit Menschen, die dann auch umgekehrt zu einem kommen. Vielleicht lässt sich so vieles wegklicken.

Vielleicht manchen manche in Ihrer Art auch einfach so weiter, und fahren den Rest dann eben auch noch gegen die Wand. Ein Aufkleber wird sie auf jeden Fall nicht davor retten.

Montag, 11. August 2014

Von Grüpplein, Kunden und gescheiterten Existenzen

Von Grüpplein, Kunden und gescheiterten Existenzen

jeder kennt sie-die Facebookposts in denen es heisst:"Wer kennt einen guten..."Die Antworten sind spannend. Die guten freuen sich über Empfehlungen. Der erst empfiehlt sich selbst. Ich liebe Marketing, ich mag neue Ideen und Projekte die ankommen. Bevor ich mich aber in einem Post selbst empfehle, und mir mein Armutszeugnis unterschreibe, sollte ich meine Strategie überdenken. Ähnlich verhält es sich bei den sogenannten Agenten. Ein Bild von jemanden den ich kenne und das nicht von mir ist. Protest. Da wird geschrieben, gelästert, versucht umzubiegen was das Zeug hält. Der Kunde selbst wird in seiner Meinung bestätigt. Kauft man ein Auto, und ein anderer Händler bekommt das mit, ruft an, und macht den anderen schlecht, wird man kein das nächste Auto bestimmt auch nicht bei Ihm kaufen. Warum? Weil man weiss da alleine schon die Notwendigkeit so an Kunden zu kommen einer der unsymphatischten ist. Wie auch immer. Ich freue mich das wir so viele Eigenlöbler haben, und noch mehr Lästermäulchen. Ich kann eines versprechen. Da wird es noch einiges für euch zu tun geben. Die zeit dafür muss ja das sein, ich hab sie nicht... 


Wirtschaftskrise, Angst um den Arbeitsplatz, Verwirklichung, Freiheit. Fragt man nach Gründen für eine Selbstständigkeit nach, hört man diese Antwort in der Regel zuerst. Schnell wird im heimischen Wohnzimmer ein Schreibtisch hingestellt, vor dem dann zukünftige Kunden Empfangen werden, nachdem Sie durch die Küche kaschiert sind.  Bei den jährlichen 5 Kunden bleibt es dann auch. Schliesslich läuft alles immer richtig toll und klasse.  Der Vorteil liegt ja schliesslich auch auf der Hand. Während andere buckeln kann man gemütlich mittags vor dem Fernseher sitzen, und führt erfolgreich sein eigenes Unternehmen. In manchen Fällen sogar über 2,3 Jahre hinweg. Die paar wenige Freunde die bei Facebook einmal auf gefällt mit geklickt haben belächeln das ganze schon lange und das wirtschaftliche aus ist vorprogrammiert. Spätestens wenn die 20 Euro für Visitenkarten nicht mehr drin sind sollte man die Reissleine ziehen.  Wer nicht das Glück hat einen Millionär zu heiraten, kommt spätestens beim Bewerbungsgespräch in Erklärungsnot. 

Nicht das was wir uns wünschen wird sich erfüllen, sondern das für was wir bereit sind zu arbeiten. Selbstständig zu sein ist für viele ein Traum. Der eigene Chef, die besseren Verdienstmöglichkeiten, seine Freiheiten zu haben. Disziplin, fachliches können, und eine 80 Stunden Woche sind die Kehrseiten. ich selbst könnte ohne ein 80 Stunden Woche nicht mehr wirklich glücklich sein. Ob Maler, Architekt, Fotograf, oder Zahnarzt. Wer nicht jeden Tag einen neuen Kunden hat, wird sich schwer tun. Dafür nimmt ist auch der Mitbewerber einen zu hohen Stellenwert beim geschehen ein. 
Mit Neid kann ich inzwischen genau so gut umgehen wie mit Erfolg. 

Die meisten selbstständigen kennen das. Man wird angebettelt, hilft und wird danach abgehakt. Im besten Fall. Schlimmer wird es, wenn Situationen auf magische Art verschwinden, Gedächtnislücken entstehen, und sich der eigene Frust so ausbreitet, das es schon fast mitleidserregend wirkt. Eine Gemeinsamkeit hat diese Spezies. Über kurz oder lang gehts immer mehr in die Abhängigkeit anderer, die Ausreden und das sich selbst belügen wird ausgefeilter, und der Schein nach aussen bröckelt so sehr, das selbst der dümmste dahinter kommt das gar nichts mehr zusammen passt. 

Würde man sich von solchen Menschen in seinem täglichen Tun beeinflussen lassen , hätte man es wirklich schwer. Dabei gibt es so viele Menschen und Situationen die es Wert sind Zeit und können hinein zu investieren. Neue Projekte, tolle Ideen, Menschen die bereit sind etwas zu bewegen. Das ist die höchste Form der Anerkennung. Man ist froh wenn der Rest zum Mitbewerber geht. Man ist froh wenn die Aasgeier woanders lauern. Das Kopffrei - Prinzip ist wichtig. Wer sich als selbstständiger ständig mit Situationen blockiert die nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht keinerlei Mehrwert bieten, der muss sich nicht wundern wenn er für die wirklich wichtigen Projekte keine Zeit hat.  Opfer, die der hinterlistigen Lebensplanung einen Aktivitätsstatus geben findet man an jeder Ecke. Bei "Machern" wird es schon wesentlich schwieriger. 

Ich kenne selbstständige die phantastische Ideen haben. Ob mit oder ohne Geld. Dies ist im übrigen eine äusserst wichtiger Faktor, jedoch ein anderes Thema. Und was passiert? Wenn es nicht schlecht geredet wird, wird es ausgenutzt. Die Erfahrungen die daraus resultieren bringen einen dazu das ganze Vorhaben am besten gleich sein zu lassen. Hätte man nur von Anfang an mit den richtigen Leuten etwas zu tun gehabt. Die Krankheit Mensch schlägt immer wieder erbarmungslos zu. Noch vor gut einem Jahr hatte ich die Einstellung helfen zu müssen. Jungen Unternehmen eine Chance zu bieten. Bei wenigen hat es funktioniert. Bei den meisten scheiterte aus den unterschiedlichsten Gründen. Der neidische Partner, der mehr Zeit damit verbringt Geheimnisse aus der Vergangenheit nicht ans Tageslicht kommen zu lassen, und versucht alle Kontakte abzubrechen, den eigenen Schweinehund zu überwinden um sich Fehler einzugestehen, das Desinteresse am eigenen Unternehmen, oder schlichtweg die Meinung das ein professioneller Auftritt ja gar nicht sein muss, schliesslich will man ja lieber sein Leben mit Freizeit geniessen, bevor ein Kunde auf die Idee kommt, und mit einem Auftrag droht. 

Das alles sind vielleicht 2% des Abenteuers Selbstständigkeit. Heute, bald 6 Jahre nach dem Start habe ich mich von allem getrennt was mir nicht gut tut. Auch von Kontakten von denen ich wusste, das diese wiederum viel mit Menschen zu tun haben die nur ein Ziel verfolgen. Unruhe zu stiften. 
Ich freue mich über jeden einzelnen neuen und alten Kunden. Und doch möchte ich nicht jeden als Kunden haben. Das Völkchen das der Meinung ist, das sie so unglaublich wichtig sind, dürfen gerne zu unglaublich wichtigen Fotografen. Die Gruppe die der Meinung ist, das Ihr Geld in den eignen Taschen besser aufgehoben ist, darf ebenfalls gerne zu Fotografen gehen, die wirklich keinen Cent wert sind, und der Scheinheilige Rest sollte sein Leben unbedingt so weiter leben wie bisher. Aus einem Dackel kann man eben keinen Windhund machen. 

Bleiben also noch die 98,9% richtiger Kunden. 4-6 im Durchschnitt am Tag. 6 Tage, 49 Wochen im Jahr, 6 Jahre lang. Hochzeiten mit hunderten von Menschen nicht dazu gezählt.All dieses Menschen sei gesagt, das es für mich das schönste ist, wenn Ihr einfach einmal auf einen Kaffee vorbei kommt. Wenn Ihr mir erzählt das es mit dem neuen Job geklappt hat, und das Bewerbungsbild klasse war. Das Ihr bald heiraten werdet, oder euer Freund für die neue Firma neue Produktbilder braucht. Oft kommen auch Kunden zu mir und fragen mich, ob ich nicht zufällig eine Wohnung oder eine freie Stelle weiss. Natürlich weiss ich das. Wer sich selbstständig macht, hat die Möglichkeit hier kostenfreie Werbung zu machen, und ich kenne nur sehr wenige denen ich keine Kunden empfehlen konnte. Da mag dieses Grüpplein von gescheiterten Existenzen und Scheinwelten noch so rum jammern und lästern. Schliesslich bekommt Ihr nur 5% von dem mit, was tatsächlich jeden Tag in meinem Leben passiert. Und das reicht offensichtlich schon vollkommen aus, damit man sich viel zu lange mit "Peter Neher" beschäftigt, anstatt sein "Ding" auf die Reihe zu bekommen. Woher ich das wissen will? Das meine lieben, wird mein Geheimnis bleiben :.)

Dienstag, 5. August 2014

Die Bestechung mit der Bestechung

Die Bestechung mit der Bestechung



Wer schon einmal auf einem Forma1 Rennen war weiss es. Es geht laut zu. Es riecht nach verbranntem Gummi, Benzin und jede Menge Öl zum schmieren.

Das wurde dann auch letztendlich dem Formel1 Boss Bernie Ecclestone zum Verhängnis. Mit einem Schmiergeld von 33 Millionen Euro wurde der damalige LB Vorstand geboten. Dieser sollte bei der Bank durchbringen das die Anteile an Ecclestones Wunschkandidaten der CVC verkauft wurden. Da Geld selbst wurde wohl einfach von der Bank abgezweigt.

Eine Bankvorstand der Bestechlich ist? Ein Vorstand der anstatt 500 Millionen nun eben 533 Millionen auf dem Konto hat?

Im Ungleichgewicht. 100.000.000 für einen Freispruch

Nicht tragisch kann man denken. Wir sind es zwischenzeitlich gewohnt. Dass das ganze auffliegt konnte man sich damals schon ausrechnen. Was folgte war eine Gerichtsverhandlung in der es zum Schluss heisst: "Zahlen Sie 100 Millionen (!) (100.000.000) Euro in die Staatskasse(!) ein und die Sache ist erledigt. Vorbestraft sind Sie natürlich dann auch nicht.

Betont wird immer wieder das dies rein gar nichts mit freikaufen zu tun hat. Warum auch. Wenn jemand damit einverstanden ist, 100.000.000 Millionen Euro zu bezahlen, und danach nicht einmal vorbestraft ist, der kann doch nur unschuldig sein. Dagegen hören sich die 33 Millionen Euro Schmiergelder, der wirtschaftliche Schaden,  die Tatsache das man Bestechlich in so einer Position ist schon fast wie Kleingeld an. Immerhin fliesen die hundert Millionen direkt in die Staatskasse.

Was damit gemacht wird, wird sich zeigen. Eine Bestechungsstraftat gegen eine Zahlung von 100.000.000 EURO einzustellen, und den Angeklagten dabei Straffrei, also ohne Vorstrafe aus dem Gerichtssaal zu entlassen ist schon fast Ironie.

Und dabei geht es gar nicht um einen alten cleveren Mann der allen gezeigt hat das man nur genügend Geld haben muss. Dabei geht es um die Glaubwürdigkeit unseres Systems, um die Glaubwürdigkeit der Justiz. Jemand der Milliarden hat interessieren keine 100 Millionen Euro. Jemand der so unsagbar reich und alt ist, den interessiert nur eines. Das Leben solange zu leben wie es nur geht, und das mit allerhöchstem Komfort.

Die Mutter die das Knöllchen nicht bezahlen kann, weil Ihr der Exmann den Unterhalt verweigert, und deshalb eine Geldstrafe um das vielfache erhält lernt dadurch das man Geld bezahlen muss, weil man Arm ist. Dabei spielt es keine Rolle das Sie nach Ihrem Hexenschuss den Sie von 3 Jobs hat den Kinderwagen keine 25 Treppen für 10 Sekunden Parken mehr hochtragen kann.

Im Artikel 3 des Grundgesetzes steht unter Absatz 1:

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Man kann darüber disskutieren ob man einen 84 jährigen ins Gefängnis steckt, oder ihm einfach Hausarest auferlegt. Aber eine Straffreiheit für eine solche Summe, eine Summe die einfach so in dieStaatskasse fliesst ist eine gewaltige Ohrfeige für die arbeitende Gesellschaft, und eine noch größere für die Glaubwürdigkeit an das Grundgesetz.

Dienstag, 17. Juni 2014

Von den reichen lernt man das sparen,
und was man sonst noch alles lernt.

Vor dem Bildschirm sind wir alle gleich. Als wir zum letzten mal Weltmeister wurden, war ich in Berlin, und fotografierte mich durchs Leben. Vielleicht kann ich später einmal schreiben, das ich in Ulm war, meiner Heimat, als wir uns den nächsten Stern geholt haben. Vielleicht ist aber auch der Umstand, was uns in diesen Tagen alle verbindet wichtiger.


In meiner Zeit in Afrika, Mitte der 90'er Jahre habe ich gelernt, lernen müssen, was wirkliche Armut bedeutet. Man kämpft schon fast für ein Stück Brot, ein Eimer reines Trinkwasser wird zum Luxusgut, ein verhungertes Kind ist leider nichts besonderes.  Während an der Elfenbeinküste ums nackte Überleben gekämpft wurde, kämpfte man in Deutschland in mitten des kalten Krieges gegen überflüssige Pfunde mittels Airobic, das in knallbunten neonfarben im Fernseher zum mitmachen lief.

Verstanden habe ich es nie. Seitenweise schrieb ich bei meiner damaligen Webseite Beiträge, das es schade ist, das man Erdöl nicht essen kann. Davor wird der Mais vernichtet um Transportmöglichkeiten zu schaffen. Bei der jetzigen Fussball WM war ich nicht da.man hört von Greultaten, Strassensäuberung, die ersten sprechen von der "Endlösung zum Finalspiel".

Als Fotograf kommt man ganz gut rum. zumindest ich. Man hat mit allen Schichten zu tun, und ich habe mir die Zeit genommen einmal ganz bewusst erleben zu wollen wie es ist wenn man viel Geld hat. Sehr viel Geld.

Jeder von uns wartet bis die Hand vom Aschenbecher verschwunden ist, wenn man eine Zigarette ausdrückt. Dort stört das nicht. Man ascht einfach drauf. Es interessiert nicht ob sich einer verbrennt oder nicht. Man wartet nicht, man holt sich einfach. Vollkommen egal ob andere warten oder nicht. Die kleine Kunst dabei ist die, danach einfach so zu tun als ob man auf einen Schlag nichts mehr hört. Nun, man kann denken das diese Dinge einen nicht automatisch reich machen. Man kann aber davon ausgehen, das wenn diese Hemmschwelle erreicht ist, noch ganz andere Taten folgen, und zwar ohne Skrupel.

Die attraktiven braungebrannten, die dicken weissen, das lachen dabei, und das übereinander herziehen. Alleine das alles macht mir meine Entscheidung sehr leicht nicht reich sein zu wollen. Nein, neidisch bin ich wirklich nicht darauf. Kein vermissen nach irgendwas, kein "ich kaufe es mir einfach"... Dümmer sind wir deshalb alle bestimmt nicht. Nur menschlicher. 

Und dann gibt es die stillen Helden, die durch Jahrelanger harter Arbeit etwas erreicht haben, und andere daran teilhaben lassen die nicht so viel Glück hatten. Die erkennt man allerdings nicht wirklich.  Genau so wenig wie man die erkennt, die zuwenig zum überleben haben, und teilen.

"Jeder ist seines Glückes Schmied" heisst es in einem auswendig gelernten Sprüchlein. Ich denke wenn Mozart heute in Berlin mit dem gleichen Talent auf die Welt kommen würde, so hätte er aller Vermutung nach nicht die selbe Chance wie damals. Und das, obwohl er sich jeden Tag für seinen Geigenunterricht auf dem Schulhof verprügeln lässt. Spätestens nach 6 Monaten wäre das Geigen vorbei. Auf Youtube gibt es neben Ihm 50 andere Talente die nicht in Berlin Marzahn wohnen, sondern Ihr erstes Videoclip als Stargeiger am Strand von Florida gesponsert bekommen, steht auf dem Baseballkappi doch Sony Music.

Aber weiter zu meinen eigentlichen Erfahrungen...

Nach der Jahrtausendwende lernte ich in Berlin jemanden kennen, bei dem man schon vom reinen Anblick Angst bekommt. Ein Mann wie ein Bär, nur tatowiert. Und das überall dort, wo ein Bär normalerweise sein Fell hat. Das dieser Junge Herr sein Geld nicht beim Finanzamt verdient war mir klar. Es regnete und durch das Autofenster konnte ich sehen wie er triefend nass und fluchend sien Motorrad nicht anbekommen hat. Ich bot ihm an ihn zur nächsten u Bahn Stadtion mit zu nehmen, die ca. 3 KM vom Ort des geschens lag. Liebe Mädchen, nimmt euch hier bitte kein Beispiel. In diesem Fall musste es allerdings sein, wie sich heraus stellte. Der Mann hiess Richy, genannt wurde er nur Rich. Später erfuhr ich das er Richard heisst, und musste schmunzeln. Rich stieg ein und wir begannen zu plaudern. Wenn man Ihn sieht ist man Meilenweit davon entfernt Ihn so einzuschätzen wie er wirklich ist. Ein netter gemütlicher kluger Kerl, der mit Sicherheit auch ganz andere Seiten aufziehen kann. Um es kurz zu machen... Ich sprach Ihn auf meine Wahrnehmung an, die inzwischen jenseits von gut und böse lag. In dieser Nacht lernte ich das es Sinn macht jeden Menschen fair und mit Respekt zu behandeln. Schliesslich weiss man nie wo man sich wieder trifft. Vermutlich wäre es ein leichtes Spiel für Ihn gewesen mirt eins über zu ziehen, mir den Wagen weg zu nehmen, und mich raus zu schmeissen. Genau das ist nicht passiert. Er erwies sich als sehr dankbar, und wir haben heute noch Kontakt. Durch unsere Gespräche ist aus Ihm tatsächlich ein Pädagoge geworden. Kein studierter, aber ein Streetworker. Durch Ihn habe ich Menschen und Möglichkeiten kennen gelernt, von denen ich heute noch beeindruckt bin, und so mancher Kontakt hat mir damals die Türe zu vollkommen neuen Möglichkeiten geöffnet. Warum ? Weil es damals in Berlin geregnet hat, und ich nicht mit verschlossenen Augen im Wagen gesessen bin, und Angst um meine 20.000 Euro Lederausstattung haben musste. Vielleicht geht es nie darum die Welt retten zu wollen. Aber mit Sicherheit geht es darum mit dem richtigen Mass am Mensch sein, die Erfahrungen aufzugreifen die einem das Leben gibt. Und wenn man bemerkt das eine neue Zeit anbricht, eine Zeit die Veränderung haben will, eine Zeit die so viel neues, spannendes und schönes bereit hält, wird man sich leichter tun, nachzugeben und das Gefühl zu verinnerlichen das man lebt. Die Alternative sich über jeden Mist aufzuregen ist im übrigen nicht einmal halb so spannend.

Ich wünsche jedem Leser eine phantastische Fussball WM. Wenn wir Weltmeister werden, werden wir unseren Kindern noch von diesen Tagen erzählen. Gestern, wie durch das 4:0 gegen Portugal alles begann. Arm und reich vor dem Küchenfernseher, oder dem 2 ,50 meter grossen 3D Gerät. Ich bin mir sicher die erst erwähnte Gruppe könnte sich mehr gefreut haben. Warum? Weil es zum Erlbnis wird, mit echten Freunden zu feiern, und ein kaltes Bier auf dem Balkon zu trinken.


Mittwoch, 7. Mai 2014

Organisiertes Leid


der herzhafte Biss ins Brötchen , die sahnig kühle Kugel Eis, oder auch einfach einmal 10 EUR für etwas auszugeben das man nicht wirklich braucht. Das alles kann man ohne schlechtes Gewissen tun. Gesetzt den Fall man ist nicht in Ulm's Fussgängerzone unterwegs. Seit Monaten sieht man dort teil's verkrüppelte Menschen auf dem Boden sitzen. Betende alte Frauen, jammernde Männer, Guten Tag, Alle gut, bitte geben, Hunger, Hunger, bitte schön.

Was einst klein begann hat sich ausgebreitet. Vom Münsterplatz bis zur Galeria Kaufhof. Vom Werdich Schuhhaus, bis zum Tröglein. Wie kann man sich in unserem schwäbsich reichem Land ein Brötchen für 3 Euro kaufen, während andere hungernd betteln? Man kann. Denn genau das ist die Strategie. Die Plätze sind nicht zufällig gewählt, die immer wiederkehrenden Sprüche und Sätze die bis zu 200 mal (!) in der Stunde wiederholt werden, der versuchte Augenkontakt, Gestik, Mimik, alles aufeinander abgestimmt. Die ältere Generation bekommt Mitleid. Ein Euro von Omas Rente ist nicht viel. Ein Euro von 500 Omas schreiben da schon ganz andere Zahlen.

Wer nur etwas genau hinsieht erkennt den Schwindel schnell. Glaubt man Reportagen aus anderen Städten werden hier pro Tag 300-600 EUR umgesetzt. Pro Bettler. Wer sich beobachtet fühlt wird Nervös. Meine Recherche für diesen Blog hier habe ich nach 3 Minuten abgebrochen. Schnell tauchten 4 Männer auf, als bemerkt wurde das ich mich für einer Ihrer Bettler interessiere.


Längst nicht jeder fällt  inwischen darauf rein. Zu offensichtlich wirkt das gebettle. Zu dumm die immer wieder kehrenden gleichen Sätze. Zu aufgesetzt das gespielte Leid. Und doch muss es sich immer noch Lohnen.  Neue Gesichter tauchen fast täglich auf. Die Junge Frau mit zerfetzter Kleidung sitzt mit hilfesuchendem Blick dem Himmel entgegen direkt gegenüber dem Ausgang eines Geschäftes für Luxusmode. Es ist fast unmöglich sie zu übersehen. "Bitteschön, einen schönen Tag, alles gute, Bitte Hunger". tönt es voller Wehmut der Kundin entgegen, die den Laden gerade mit 2 vollen Einkaufstüten verlassen hat. Bekommen hat Sie nichts. Sekunden später entweicht der Hilfesuchende Blick Ihrem Gesicht, und die Stimme vertummt. Erst eine halbe Minute später das gleiche Schauspiel. Nächster Kunde, nächstes Gejammere, gleiche Mimik. Als sie mich bemerkte machte Sie weiter. Wie abgebrüht muss man sein sich nicht einmal davon beirren zu lassen dachte ich mir, und ging weiter.

Abends sieht man alte Mänenr ohne Beine auf einem Skateboard bettelnd die Hirschstrasse herunter rollen. Nicht dort wo man Platz hätte, nein. Mitten drin. Je mittiger, desto mehr Sichtkontakte, desto größer die Chance Geld zu bekommen. Ein Mensch mit solch einem Schicksal fährt nicht mit einem Skateboard in der Mitte der Strasse. Jemand der Mitleid erwecken will um den Profit zu maximieren macht so etwas. Der Trick mit dem Skateboard wirkt. Wie schnell denkt man das dieser arme Lump keinen Rollstuhl hat. Woher sollte man auch wissen das daheim die modernsten Prothesen stehen, für die jeder andere ohne Beine vor Neid erblassen würde.

Wenn schon Schicksal, dann richtig. Bei dem Gedanken wie man damit ein kleines Vermögen am Tag macht, wenn man es nur richtig verpackt, kommt Wut in mir hoch. Wut für all die, die unser Land nach dem Krieg aufgebaut haben, und nicht einmal Geld für Brot haben, oder hatten. Wut wegen den Tricksereien. Wut weil man sich 10 mal am Tag ein freies und ruhiges Gewissen erkaufen müsste. Einmal genüsslich in seinen Semmel zu beissen und nicht angefleht zu werden weil ich etwas im Magen habe, und neben mir jemand sitzt der für mich zu Gott betet und der anscheinen grossen Hunger hat.  Solche Banden haben mehr Geld als alle Leser dieses Blogs zusammen. Mit Psychotricks organisiert an Geld zu kommen - Steuerfrei (!) ist die eine Seite. Der Bettler der tatsächlich Hilfe benötigt geht leer aus. Seine Tricks sind zu schlecht wenn er überhauot welche hat. Wahrscheinlich macht er sich keine Gedanken darüber sondern hofft nur das er etwas geld für eine Suppe zusammen bekommt.  Die besten Plätze sind besetzt, und beide Beine hat er auch noch. Bitte ,Bitte einen schönen Tag, alles gute...






Mittwoch, 23. April 2014

Die Karavane und der Sultan 

Die Karavane zieht weiter" heisst es in einem Fachingslied.

Gemeint sind damit Kamele die einen Sultan tragen. Dieser hat durch die Wüstensonne Durst, und hofft auf eine baldige Wasserquelle. Kamele zum reiten habe ich keine. Dafür 2 gesunde Beine die mich zu meiner persönlichen kulinarischen Oase tragen. Meist zwischen 13:00 Uhr und 14 Uhr. Eine Zeit wo alle arbeiten, wo Schichtwechsel ist. Ich mag diese Zeit weil nicht ganz so viel los ist. Man hat ein paar freie Minuten um sich ein gemütliches Plätzchen zu suchen, und dem bunten treiben etwas zu zusehen. Dabei sollte ich doch gar nicht hier sitzen. "Schaffsch Du au wieder nix" schreit es aus einem Eck zu mir rüber. Ein arbeitsloser** Bekannter zieht lautstark seine Aufmerksamkeit zweier Rentner auf sich. Der Gedanke mittags um halb 2 von jemanden der den ganzen Tag rumlungert an den Kopf geschmissen zu bekommen macht einen schon fast etwas wütend. Dabei ist es ganz einfach solchen Menschen aus dem Weg zu gehen. Überall dort wo es etwas umsonst gibt sind sie anzutreffen.

Ich wurde Neugierig. Jeder selbstständige der das Abenteuer Selbstständigkeit lebt kennt das. Man will etwas umsonst, und dafür, weil man Mr. Arbeitslos ja auch weit über die Grenzen ulm's kennt, ist dieser bereit auch ein wenig Werbung zu machen. Mir war es immer lieber das man mich nicht in Verbindung brachte. Als der Mohr seine Schuldigkeit abgetan hat, und die Quelle des -alles umsonst- versiegelte, zog auch diese Karavane weiter. Direkt in die nächste Fotooase. Ich war meiner Neugierde in diesem Augenblick dankbar. Ich hätte es sonst nicht geglaubt.  Mit den gleichen Sprüchen, der gleichen Taktik, nur mit einem anderen Hemd wanderte der Arbeitslose Sultan von Oase zu Oase. Und ich hinterher. Da ich nun doch über etwas Lebenserfahrung verfüge, dürfte klar sein, das man immer solche Freunde hat wie man selbst ist. Noch heute rutschen mir die Worte:"Danke lieber Gott, das Du die Plage der "alles umsonst Nieten" an mir hast vorüber ziehen lassen.   Fast schon etwas Baff verfolgte ich das weitere Geschehen. Da gibt es noch mehr. Die kennen sich untereinander. Ich bin der letzte Mensch auf dieser Welt der einem nicht hilft wenn Hilfe benötigt wird. Ich bin aber auch der erste, der sich nicht verarschen lässt.

Zu groß wurde mein Drang einfach mit in das fremde Studio zu gehen um Mäuschen zu spielen. 10 Minuten hatte ich Zeit, jetzt war ich schon 13 Minuten damit beschäftigt das alles zu realisieren. Bevor der Drang noch größer wurde, kehrte der kleine Mohr in sein Studio zurück. Sonst hat mein arbeitsloser Bekannter zum Schluss noch recht damit, das ich nichts arbeite.

Der Blick hinter die Kulissen setzte den kleinen Mohr auf seinen noch kleineren schwarzen hintern. Ich hätte mich gefreut wenn es geheissen hätte: "Pass auf, ich hab keine Geld, ich brauch dringend dies oder das, lass uns reden..." Das man bei beiden Variationen  bei solchen Leuten immer drauf zahlt ist mir bewusst. Nur ist die zweite Variante die ehrlichere. Wie auch immer. Ein wenig Schadenfreude (was ich sonst gar nicht von mir kenne) überkam mich dann doch. Da jeder seine eigene Erfahrung machen soll, und es manchmal besser ist, im Vorfeld nicht gleich wieder der Buhmann zu sein, war es nicht schlimm alles einfach wirken zu lassen.

Das Problem ist dabei immer das selbst die flachesten Sprüche mit der Zeit nerven weil es ständig das gleiche ist. "Schaffsch Du au wieder nix"- Diesmal in Begleitung mit 2 anderen Arbeitslosen ertönte es vor kurzem wieder. Es ist wichtig das es andere hören. Damit steht man schliesslich selbst als Arbeitsheld da. Irgendwie tat mir der kleine Hund leid, der hinterher gezogen wurde. Ich erinnerte mich an das Versprechen das jemand so bekanntes als Gegenleistung Werbung machen würde. Erst jetzt verstand ich dass das mit dem bekannt sein nicht gelogen war.

**
Es gibt Arbeitslose die sich um eine Arbeit bemühen. Arbeitslose die um einen Job kämpfen. Arbeitslose die unverschuldet in eine schwere Situation gekommen sind. Und es gibt Arbeitslose die selbst davon überzeugt sind mit Ihrem Krempel das große Geld zu machen. Arbeitslose die über die arbeitende Bevölkerung lachen. Die sich für unnahbar halten. Solche Menschen werden von den normalen Leuten ausgelacht, und von Idioten bewundert. Solche Menschen Leben davon das jeden Tag ein neuer dummer aufsteht der sie nicht kennt. Die anderen Arbeitslosen bezahlen Ihre Sachen obwohl Sie selbst sehr wenig haben. Vielleicht wird nun klar warum Sie nur von Idioten bewundert werden.

Mittwoch, 9. April 2014

Das Märchen aus der Zauberflasche


Deutschland und Forschung. Diese Begriffe gehören genau so zusammen wie Topf und Deckel, Radio und Antenne, oder Luftmatratze und Wasser. Nicht immer und ständig ganz vorne mit dabei, aber wir spielen seit vielen Jahren immer wieder vorne mit. Gerade in der Medizin haben wir namenhafte Weltmarken deren Jahrzehnte lange Foschungsarbeiten dazu beigetragen haben immer bessere Medikamente auf den Markt zu bringen. Selbstverständlich geht es auch hier um das Große Geld. Um eine Planung welches Medikament man wann auf den markt bringt, und mit welcher Entwicklung sich das größte Plus erzielen lässt. Dies steht ausser Frage. Unterm Strich müssen wir uns aber keinesfalls verstecken. Junge Medizinstudenten entwickeln sich zu guten Ärzten. Wir haben Professoren und Forscher die zum Teil Ihr Leben der Medizin gewidmet haben. Jahre, Jahrzehnte, ganze Generationen gehören dazu. Und jetzt ist alles Umonst...

Vollkommen egal ob man Krebs, HIV oder andere schwerste Krankheiten hat. Man bekommt eine sofortheilung aus der Flasche. Frei Haus, sogar ohne Rezept. Das einzige was man benötigt ist eine Kreditkarte.

Als ich gestern Abend eine Email mit folgender Headline erhalten habe wurde ich neugierig.

„Für AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose, die meisten Krebsformen und viele weitere ernste Erkrankungen gibt es nun eine Lösung.“
Jim Humble

Jim Humble nennt sich selbst Erfinder und berichtet in seiner Werbebotschaft wie einfach doch alles ist. Erfahrungsberichte anderer Menschen inclusive.  Das jeden Tag ein dummer aufsteht und dies glaubt ist nichts neues. Was mich eher traurig machte war folgender Gedanke. In meinem Freundeskreis habe ich Menschen die Krebs haben. Einer davon wird dieser Jahr daran sterben. Der Gedanke das jemand wie er eine solche Spammail bekommt löst Gänsehaut bei mir aus. Für 70 Euro kurz bestellt, am übernächsten Tag geliefert, die letzten Hoffnungen in einem Fläschchen voller geheimer Zutaten. Ich kann nur hoffen das er diese Email nie bekommt.

Dreistellige Millardenbeträge für die Krebsforschung lösen sich in Luft auf. Jahrzehnte lange Erfahrung auf dem Gebiet der Forschung sind auf einmal nichts mehr wert. Das einzige was man braucht ist ein Fläschchen, das auf einer drittklassigen Webseite im Sparset angeboten wird.

Weiter heisst es auf der Webseite:

"Als Erfinder bin ich der Ansicht, dass diese Informationen zu wichtig sind, als dass eine einzelne Person oder Gruppe die alleinige Kontrolle über das Mittel haben sollte.“
Jim Humble Zitatende 

Als Krebspatient bin ich der Ansicht das der Erfinder Gott danken sollte das er selbst keinen Krebs hat, und im Endstadion keine solcher Nachrichten bekommt.

Dass das medizinische Wunder sogar zufällig auch gerade jetzt lieferbar ist, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Mit der Frühlingsaktion werden sogar die Bestellungen der ersten 200 Kunden verdoppelt. Quasi Tumor und Krebs. Dank der Frühlingsaktion sind gleich beide Krankheiten mit einem Schluck weg.

Wenn man dann noch die Erfahrungsberichte der angeblichen Kunden liest wird man langsam wütend. Ich habe nciht um diese Email gebeten. Allerdings stösst man auf der Webseite unter der Rubrik Datenschutz auf folgenden Hinweis:

Gemäß § 28 BDSG widersprechen wir jeder kommerziellen Verwendung und Weitergabe unserer Daten.  Spätestens jetzt habe ich mich dazu entschlossen einen kleinen Beitrag in meinem Blog darüber zu schreiben.

Googelt man den Absender oder das Produkt findet man Listenlange Einträge mit Spamvermerk. Ein wirklich geheilter Mensch war leider nicht dabei.

Natürlich weiss ich das Spams nichts neues sind ich weiss auch das es immer wieder windige Geschäftemacher gibt, die mit immer wieder neuen Tricks versuchen einem den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Und im Kern geht es mir hier nicht um Spam. Im Grunde geht es mir um die Traurigkeit die eine solche Spamnachricht verbreitet wenn man selbst unheilbar krank ist.

Da wird auf dummenfang gegangen, es werden Vertriebsstrukturen gegründet, und nach dem alten klassischen Schneeballsystem wird eine Masse an angesprochenen Menschen aufgebaut das immer welche dabei sind die kaufen. Der Verlierer ist der Kunde und derjenige der ein solches System unterstützt.

Nicht täglich, aber wöchentlich bekomme ich Angebote für Werbeplazierungen auf meinen Seiten. Mit klicks ganz leicht geld verdienen, Scheine fliegen einem im Schlaf zu, arbeiten war gestern, heute wird nur noch kurz geklickt. Die Produkte die hinter solchen Angeboten stecken sind es nicht wert angesehen zu werden. Man könnte mir ein Vermögen bieten, ich werde es nicht machen. Arbeiten war gestern - Es wäre der blanke Horror für mich nicht mehr arbeiten zu dürfen. Fast so schlimm wie der Gedanke jemanden einen Euro aus der Tasche zu ziehen, damit ich selbst für's nichts tun 5 Cent verdiene. Nach mir die Sintflut. Bereits vor 10 Jahren waren Vertriebskanäle schwer im kommen. Es wurden wie heute auch, Werbeplätze auf Webseiten gekauft. Wer von dort aus klickt macht den Besitzer der Webseite um ein paar Cent reicher. Das produkt selbst war im übrigen immer überteuert so das die ausgelösten Provisionen durch den höheren Preis gar nicht ins Gewicht gefallen sind.

Lebenshelden, die peter-neher.de, Picslocation, und andere Seiten waren schon immer Werbefrei. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Für mich hatte das immer einen unseriösen Touch. Alleien das Zahlenwerk was erreicht werden muss um wenigstens 100 Euro zu verdienen ist so unglaublich hoch, das keine Webseite die nicht intensivst beworben wird, auch nur annähernd daran hin kommt.

Das Fläschchen gegen alle Krankheiten kostet im übrigen ecke 70 Euro. Eine Kleinigkeit gegenüber professioneller Krebsmedikamente. Das Ebook des Erfinders - Wie zieh ich dummen Mensch noch den letzten Cent aus der Tasche gibt es im übrigen Gratis mit dazu. Ändern werden wir nichts können. Wenn nur ein Mensch, der von einer schweren Krankheit betroffen ist dies hier liest, dann haben wir eines erreicht - Ihm zu sagen das wir es auch unmöglich finden mit welchen gewissenlosen Methoden hier gearbeitet wird, und das wir alle hoffen das eine alte Weissheit die Macher einer solchen Kampagne einholt. Nämlich die, das man zu dem wird, was man anderen antut.