Mittwoch, 7. Mai 2014

Organisiertes Leid


der herzhafte Biss ins Brötchen , die sahnig kühle Kugel Eis, oder auch einfach einmal 10 EUR für etwas auszugeben das man nicht wirklich braucht. Das alles kann man ohne schlechtes Gewissen tun. Gesetzt den Fall man ist nicht in Ulm's Fussgängerzone unterwegs. Seit Monaten sieht man dort teil's verkrüppelte Menschen auf dem Boden sitzen. Betende alte Frauen, jammernde Männer, Guten Tag, Alle gut, bitte geben, Hunger, Hunger, bitte schön.

Was einst klein begann hat sich ausgebreitet. Vom Münsterplatz bis zur Galeria Kaufhof. Vom Werdich Schuhhaus, bis zum Tröglein. Wie kann man sich in unserem schwäbsich reichem Land ein Brötchen für 3 Euro kaufen, während andere hungernd betteln? Man kann. Denn genau das ist die Strategie. Die Plätze sind nicht zufällig gewählt, die immer wiederkehrenden Sprüche und Sätze die bis zu 200 mal (!) in der Stunde wiederholt werden, der versuchte Augenkontakt, Gestik, Mimik, alles aufeinander abgestimmt. Die ältere Generation bekommt Mitleid. Ein Euro von Omas Rente ist nicht viel. Ein Euro von 500 Omas schreiben da schon ganz andere Zahlen.

Wer nur etwas genau hinsieht erkennt den Schwindel schnell. Glaubt man Reportagen aus anderen Städten werden hier pro Tag 300-600 EUR umgesetzt. Pro Bettler. Wer sich beobachtet fühlt wird Nervös. Meine Recherche für diesen Blog hier habe ich nach 3 Minuten abgebrochen. Schnell tauchten 4 Männer auf, als bemerkt wurde das ich mich für einer Ihrer Bettler interessiere.


Längst nicht jeder fällt  inwischen darauf rein. Zu offensichtlich wirkt das gebettle. Zu dumm die immer wieder kehrenden gleichen Sätze. Zu aufgesetzt das gespielte Leid. Und doch muss es sich immer noch Lohnen.  Neue Gesichter tauchen fast täglich auf. Die Junge Frau mit zerfetzter Kleidung sitzt mit hilfesuchendem Blick dem Himmel entgegen direkt gegenüber dem Ausgang eines Geschäftes für Luxusmode. Es ist fast unmöglich sie zu übersehen. "Bitteschön, einen schönen Tag, alles gute, Bitte Hunger". tönt es voller Wehmut der Kundin entgegen, die den Laden gerade mit 2 vollen Einkaufstüten verlassen hat. Bekommen hat Sie nichts. Sekunden später entweicht der Hilfesuchende Blick Ihrem Gesicht, und die Stimme vertummt. Erst eine halbe Minute später das gleiche Schauspiel. Nächster Kunde, nächstes Gejammere, gleiche Mimik. Als sie mich bemerkte machte Sie weiter. Wie abgebrüht muss man sein sich nicht einmal davon beirren zu lassen dachte ich mir, und ging weiter.

Abends sieht man alte Mänenr ohne Beine auf einem Skateboard bettelnd die Hirschstrasse herunter rollen. Nicht dort wo man Platz hätte, nein. Mitten drin. Je mittiger, desto mehr Sichtkontakte, desto größer die Chance Geld zu bekommen. Ein Mensch mit solch einem Schicksal fährt nicht mit einem Skateboard in der Mitte der Strasse. Jemand der Mitleid erwecken will um den Profit zu maximieren macht so etwas. Der Trick mit dem Skateboard wirkt. Wie schnell denkt man das dieser arme Lump keinen Rollstuhl hat. Woher sollte man auch wissen das daheim die modernsten Prothesen stehen, für die jeder andere ohne Beine vor Neid erblassen würde.

Wenn schon Schicksal, dann richtig. Bei dem Gedanken wie man damit ein kleines Vermögen am Tag macht, wenn man es nur richtig verpackt, kommt Wut in mir hoch. Wut für all die, die unser Land nach dem Krieg aufgebaut haben, und nicht einmal Geld für Brot haben, oder hatten. Wut wegen den Tricksereien. Wut weil man sich 10 mal am Tag ein freies und ruhiges Gewissen erkaufen müsste. Einmal genüsslich in seinen Semmel zu beissen und nicht angefleht zu werden weil ich etwas im Magen habe, und neben mir jemand sitzt der für mich zu Gott betet und der anscheinen grossen Hunger hat.  Solche Banden haben mehr Geld als alle Leser dieses Blogs zusammen. Mit Psychotricks organisiert an Geld zu kommen - Steuerfrei (!) ist die eine Seite. Der Bettler der tatsächlich Hilfe benötigt geht leer aus. Seine Tricks sind zu schlecht wenn er überhauot welche hat. Wahrscheinlich macht er sich keine Gedanken darüber sondern hofft nur das er etwas geld für eine Suppe zusammen bekommt.  Die besten Plätze sind besetzt, und beide Beine hat er auch noch. Bitte ,Bitte einen schönen Tag, alles gute...






Mittwoch, 23. April 2014

Die Karavane und der Sultan 

Die Karavane zieht weiter" heisst es in einem Fachingslied.

Gemeint sind damit Kamele die einen Sultan tragen. Dieser hat durch die Wüstensonne Durst, und hofft auf eine baldige Wasserquelle. Kamele zum reiten habe ich keine. Dafür 2 gesunde Beine die mich zu meiner persönlichen kulinarischen Oase tragen. Meist zwischen 13:00 Uhr und 14 Uhr. Eine Zeit wo alle arbeiten, wo Schichtwechsel ist. Ich mag diese Zeit weil nicht ganz so viel los ist. Man hat ein paar freie Minuten um sich ein gemütliches Plätzchen zu suchen, und dem bunten treiben etwas zu zusehen. Dabei sollte ich doch gar nicht hier sitzen. "Schaffsch Du au wieder nix" schreit es aus einem Eck zu mir rüber. Ein arbeitsloser** Bekannter zieht lautstark seine Aufmerksamkeit zweier Rentner auf sich. Der Gedanke mittags um halb 2 von jemanden der den ganzen Tag rumlungert an den Kopf geschmissen zu bekommen macht einen schon fast etwas wütend. Dabei ist es ganz einfach solchen Menschen aus dem Weg zu gehen. Überall dort wo es etwas umsonst gibt sind sie anzutreffen.

Ich wurde Neugierig. Jeder selbstständige der das Abenteuer Selbstständigkeit lebt kennt das. Man will etwas umsonst, und dafür, weil man Mr. Arbeitslos ja auch weit über die Grenzen ulm's kennt, ist dieser bereit auch ein wenig Werbung zu machen. Mir war es immer lieber das man mich nicht in Verbindung brachte. Als der Mohr seine Schuldigkeit abgetan hat, und die Quelle des -alles umsonst- versiegelte, zog auch diese Karavane weiter. Direkt in die nächste Fotooase. Ich war meiner Neugierde in diesem Augenblick dankbar. Ich hätte es sonst nicht geglaubt.  Mit den gleichen Sprüchen, der gleichen Taktik, nur mit einem anderen Hemd wanderte der Arbeitslose Sultan von Oase zu Oase. Und ich hinterher. Da ich nun doch über etwas Lebenserfahrung verfüge, dürfte klar sein, das man immer solche Freunde hat wie man selbst ist. Noch heute rutschen mir die Worte:"Danke lieber Gott, das Du die Plage der "alles umsonst Nieten" an mir hast vorüber ziehen lassen.   Fast schon etwas Baff verfolgte ich das weitere Geschehen. Da gibt es noch mehr. Die kennen sich untereinander. Ich bin der letzte Mensch auf dieser Welt der einem nicht hilft wenn Hilfe benötigt wird. Ich bin aber auch der erste, der sich nicht verarschen lässt.

Zu groß wurde mein Drang einfach mit in das fremde Studio zu gehen um Mäuschen zu spielen. 10 Minuten hatte ich Zeit, jetzt war ich schon 13 Minuten damit beschäftigt das alles zu realisieren. Bevor der Drang noch größer wurde, kehrte der kleine Mohr in sein Studio zurück. Sonst hat mein arbeitsloser Bekannter zum Schluss noch recht damit, das ich nichts arbeite.

Der Blick hinter die Kulissen setzte den kleinen Mohr auf seinen noch kleineren schwarzen hintern. Ich hätte mich gefreut wenn es geheissen hätte: "Pass auf, ich hab keine Geld, ich brauch dringend dies oder das, lass uns reden..." Das man bei beiden Variationen  bei solchen Leuten immer drauf zahlt ist mir bewusst. Nur ist die zweite Variante die ehrlichere. Wie auch immer. Ein wenig Schadenfreude (was ich sonst gar nicht von mir kenne) überkam mich dann doch. Da jeder seine eigene Erfahrung machen soll, und es manchmal besser ist, im Vorfeld nicht gleich wieder der Buhmann zu sein, war es nicht schlimm alles einfach wirken zu lassen.

Das Problem ist dabei immer das selbst die flachesten Sprüche mit der Zeit nerven weil es ständig das gleiche ist. "Schaffsch Du au wieder nix"- Diesmal in Begleitung mit 2 anderen Arbeitslosen ertönte es vor kurzem wieder. Es ist wichtig das es andere hören. Damit steht man schliesslich selbst als Arbeitsheld da. Irgendwie tat mir der kleine Hund leid, der hinterher gezogen wurde. Ich erinnerte mich an das Versprechen das jemand so bekanntes als Gegenleistung Werbung machen würde. Erst jetzt verstand ich dass das mit dem bekannt sein nicht gelogen war.

**
Es gibt Arbeitslose die sich um eine Arbeit bemühen. Arbeitslose die um einen Job kämpfen. Arbeitslose die unverschuldet in eine schwere Situation gekommen sind. Und es gibt Arbeitslose die selbst davon überzeugt sind mit Ihrem Krempel das große Geld zu machen. Arbeitslose die über die arbeitende Bevölkerung lachen. Die sich für unnahbar halten. Solche Menschen werden von den normalen Leuten ausgelacht, und von Idioten bewundert. Solche Menschen Leben davon das jeden Tag ein neuer dummer aufsteht der sie nicht kennt. Die anderen Arbeitslosen bezahlen Ihre Sachen obwohl Sie selbst sehr wenig haben. Vielleicht wird nun klar warum Sie nur von Idioten bewundert werden.

Mittwoch, 9. April 2014

Das Märchen aus der Zauberflasche


Deutschland und Forschung. Diese Begriffe gehören genau so zusammen wie Topf und Deckel, Radio und Antenne, oder Luftmatratze und Wasser. Nicht immer und ständig ganz vorne mit dabei, aber wir spielen seit vielen Jahren immer wieder vorne mit. Gerade in der Medizin haben wir namenhafte Weltmarken deren Jahrzehnte lange Foschungsarbeiten dazu beigetragen haben immer bessere Medikamente auf den Markt zu bringen. Selbstverständlich geht es auch hier um das Große Geld. Um eine Planung welches Medikament man wann auf den markt bringt, und mit welcher Entwicklung sich das größte Plus erzielen lässt. Dies steht ausser Frage. Unterm Strich müssen wir uns aber keinesfalls verstecken. Junge Medizinstudenten entwickeln sich zu guten Ärzten. Wir haben Professoren und Forscher die zum Teil Ihr Leben der Medizin gewidmet haben. Jahre, Jahrzehnte, ganze Generationen gehören dazu. Und jetzt ist alles Umonst...

Vollkommen egal ob man Krebs, HIV oder andere schwerste Krankheiten hat. Man bekommt eine sofortheilung aus der Flasche. Frei Haus, sogar ohne Rezept. Das einzige was man benötigt ist eine Kreditkarte.

Als ich gestern Abend eine Email mit folgender Headline erhalten habe wurde ich neugierig.

„Für AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose, die meisten Krebsformen und viele weitere ernste Erkrankungen gibt es nun eine Lösung.“
Jim Humble

Jim Humble nennt sich selbst Erfinder und berichtet in seiner Werbebotschaft wie einfach doch alles ist. Erfahrungsberichte anderer Menschen inclusive.  Das jeden Tag ein dummer aufsteht und dies glaubt ist nichts neues. Was mich eher traurig machte war folgender Gedanke. In meinem Freundeskreis habe ich Menschen die Krebs haben. Einer davon wird dieser Jahr daran sterben. Der Gedanke das jemand wie er eine solche Spammail bekommt löst Gänsehaut bei mir aus. Für 70 Euro kurz bestellt, am übernächsten Tag geliefert, die letzten Hoffnungen in einem Fläschchen voller geheimer Zutaten. Ich kann nur hoffen das er diese Email nie bekommt.

Dreistellige Millardenbeträge für die Krebsforschung lösen sich in Luft auf. Jahrzehnte lange Erfahrung auf dem Gebiet der Forschung sind auf einmal nichts mehr wert. Das einzige was man braucht ist ein Fläschchen, das auf einer drittklassigen Webseite im Sparset angeboten wird.

Weiter heisst es auf der Webseite:

"Als Erfinder bin ich der Ansicht, dass diese Informationen zu wichtig sind, als dass eine einzelne Person oder Gruppe die alleinige Kontrolle über das Mittel haben sollte.“
Jim Humble Zitatende 

Als Krebspatient bin ich der Ansicht das der Erfinder Gott danken sollte das er selbst keinen Krebs hat, und im Endstadion keine solcher Nachrichten bekommt.

Dass das medizinische Wunder sogar zufällig auch gerade jetzt lieferbar ist, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Mit der Frühlingsaktion werden sogar die Bestellungen der ersten 200 Kunden verdoppelt. Quasi Tumor und Krebs. Dank der Frühlingsaktion sind gleich beide Krankheiten mit einem Schluck weg.

Wenn man dann noch die Erfahrungsberichte der angeblichen Kunden liest wird man langsam wütend. Ich habe nciht um diese Email gebeten. Allerdings stösst man auf der Webseite unter der Rubrik Datenschutz auf folgenden Hinweis:

Gemäß § 28 BDSG widersprechen wir jeder kommerziellen Verwendung und Weitergabe unserer Daten.  Spätestens jetzt habe ich mich dazu entschlossen einen kleinen Beitrag in meinem Blog darüber zu schreiben.

Googelt man den Absender oder das Produkt findet man Listenlange Einträge mit Spamvermerk. Ein wirklich geheilter Mensch war leider nicht dabei.

Natürlich weiss ich das Spams nichts neues sind ich weiss auch das es immer wieder windige Geschäftemacher gibt, die mit immer wieder neuen Tricks versuchen einem den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Und im Kern geht es mir hier nicht um Spam. Im Grunde geht es mir um die Traurigkeit die eine solche Spamnachricht verbreitet wenn man selbst unheilbar krank ist.

Da wird auf dummenfang gegangen, es werden Vertriebsstrukturen gegründet, und nach dem alten klassischen Schneeballsystem wird eine Masse an angesprochenen Menschen aufgebaut das immer welche dabei sind die kaufen. Der Verlierer ist der Kunde und derjenige der ein solches System unterstützt.

Nicht täglich, aber wöchentlich bekomme ich Angebote für Werbeplazierungen auf meinen Seiten. Mit klicks ganz leicht geld verdienen, Scheine fliegen einem im Schlaf zu, arbeiten war gestern, heute wird nur noch kurz geklickt. Die Produkte die hinter solchen Angeboten stecken sind es nicht wert angesehen zu werden. Man könnte mir ein Vermögen bieten, ich werde es nicht machen. Arbeiten war gestern - Es wäre der blanke Horror für mich nicht mehr arbeiten zu dürfen. Fast so schlimm wie der Gedanke jemanden einen Euro aus der Tasche zu ziehen, damit ich selbst für's nichts tun 5 Cent verdiene. Nach mir die Sintflut. Bereits vor 10 Jahren waren Vertriebskanäle schwer im kommen. Es wurden wie heute auch, Werbeplätze auf Webseiten gekauft. Wer von dort aus klickt macht den Besitzer der Webseite um ein paar Cent reicher. Das produkt selbst war im übrigen immer überteuert so das die ausgelösten Provisionen durch den höheren Preis gar nicht ins Gewicht gefallen sind.

Lebenshelden, die peter-neher.de, Picslocation, und andere Seiten waren schon immer Werbefrei. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Für mich hatte das immer einen unseriösen Touch. Alleien das Zahlenwerk was erreicht werden muss um wenigstens 100 Euro zu verdienen ist so unglaublich hoch, das keine Webseite die nicht intensivst beworben wird, auch nur annähernd daran hin kommt.

Das Fläschchen gegen alle Krankheiten kostet im übrigen ecke 70 Euro. Eine Kleinigkeit gegenüber professioneller Krebsmedikamente. Das Ebook des Erfinders - Wie zieh ich dummen Mensch noch den letzten Cent aus der Tasche gibt es im übrigen Gratis mit dazu. Ändern werden wir nichts können. Wenn nur ein Mensch, der von einer schweren Krankheit betroffen ist dies hier liest, dann haben wir eines erreicht - Ihm zu sagen das wir es auch unmöglich finden mit welchen gewissenlosen Methoden hier gearbeitet wird, und das wir alle hoffen das eine alte Weissheit die Macher einer solchen Kampagne einholt. Nämlich die, das man zu dem wird, was man anderen antut.

 



Freitag, 4. April 2014

Im Takt


Als ich neulich einen jugendlichen sah, der kurz davor war seine Hose zu verlieren, wunderte ich mich ein wenig über seine Kopfhörer. Keine kleinen Ohrstöpsel, sondern richtige Kopfhörer.  Kopfhörer die ich in den 80'er jahren als Kind aufhatte um zu Hause Musik zu hören. Entsprechend hoch war auch die Leistung, und bei der Musik musste ich aufpassen das nicht ich derjenige bin, dem es die Hosen runter zieht.

Der Gedanke hat mich trotz dessen nicht losgelassen... Aus gewohnheit und weil man es vielleicht nicht anders kennt war ich nur die Klangqualität dieser kleinen Plastikstöpsel gewohnt. solche, die nach 10 Minuten tragen anfangen im Ohr weh zu tun. Solche die immer wieder rausfallen. So macht Musik hören keinen Spaß.

Ob es die Neugierde war, oder das Gefühl,  Musik überall hören zu wollen wo man mag kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann ist, das die Auswahl riesig ist. Von 50 Euro Plastik mit Kunstleder und giftgrünem Klarlack, bis hin zum Highend Kopfhörer findet man wohl alles. Da ich Kopfhörer wollte um Musik in der Qualität zu hören damit man sie fühlen kann entschied ich mich gegen die Giftgrünen.

Ich merkte schnell das ich nicht der einzige war. Ich merkte schnell wie ein Trend an mir vorüber gegangen ist. Diese Kopfhörer für zu Hause waren keine Kopfhörer für zu Hause mehr. Es waren kleine Technikwunder die es einem ermöglichen Musik in höchster Qualität überall und in jeder Lautstärke zu hören. Die Idee das man sich ganz bequem seine Lieblinksmusik unterwegs Downloaden kann, kam mehr oder weniger mit dem ersten Musikstück.

Man schliesst die Augen, wird sich dessen bewusst wo man gerade ist, und denkt man steht in mitten von einem Konzertsaal. Man hört einfach sein Lieblingsstück bei einem Donauspaziergang, oder das Hörbuch im Flugzeug.Blicke kamen keien. Es scheint normal zu sein große Kopfhörer auch unterwegs zu tragen. Viele mögen nun an dieser Stelle schmunzeln. Ich fand es phantastisch dies zu entdecken :-)

Fotografieren mit Musik - Klicken im Takt
Nur weil ich damit aufgewachsen bin. Als Kind bin ich nie auf die idee gekommen die Kopfhörer mit nach draussen zu nehmen. Dafür gab es die mitgelieferten die bei jedem Walkman dabei waren. Oft freute man sich au zu Hause um das gleiche Stück nochmals vernünftig zu hören.  Vielleicht gibt es viele verschiedene Kopfhörer bei denen es so ist. Ideen die simple sind und völlig normal. Vielleicht sollte man nicht auf heruntergezogene Hosen achten, sondern tatsächlich auf den Gürtel. Manchmal bewegen wir uns in einem Viereck von dem jede Seite einen Namen hat.

  • Das tut man nicht
  • das mach man nicht
  • das soll man nicht
  • das funktioniert so nicht
Und manchmal sollte man einfach eine Seite wegnehmen, und es einfach tun, sagen, machen, und nciht darüber nachdenken. So einfach diese kleine Geschichte mit dem Kopfhörer auch ist, so einfach schön war es, das ganze zu erleben. Sicherlich gibt es Millionen von Teenagern die darauf nicht verzichten wollen. Aber vielleicht gibt es auch ein paar Menschen die mitte der siebziger auf die Welt gekommen sind. Langsam kommt der Sommer wieder. Eine tolle Zeit spazieren zu gehen , und Musik zu hören. ich für meinen Teil werde mit eine Playliste anfertigen und mich nun anschliessend auf den Weg in den Supermarkt machen. Mit Musik nimmt man Menschen anders wahr. Mit Musik läufts einfach besser....

Dienstag, 11. März 2014


Die Steuerschuld des grossen Mannes

Man kann darüber streiten, lachen, sich ärgern, es vertstehen, oder den Kopf schütteln. Eine Meinung bleibt letztendlich immer übrig. 


Ich bin kein Jurist (Gott sei Dank) , und erst recht kein Steuerexperte (Gott sei nochmals Dank), aber ich weiss wenn jemand 1.000 EUR Steuerschulden hat, dann reden wir über einen Gewinn von 4.000 EUR.  Vielleicht auch etwas weniger.

Wenn man sich dann wegen 3,5 Millionen selbst anzeigt, um eine Straffreiheit zu erlangen, und aus 3,5 Millionen dann über Nacht kurz 30 Millionen (30.000.000) werden, dann fehlt mir dazu die Relation.
Das ganze habe ich bis vorgestern wirklich relativ gesehen. Was hat Uli H. einbezahlt, und welche Leistung hat er bekommen? Was hat jemand einbezahlt der in Deutschland "Asyl" beantragt, und welche Leistung bekommt er. Aber bei einer verzehnfachung, und das quasi über Nacht, von Millionen und Abermillionen kann ich das beim besten Willen nicht mehr relativ sehen. So geht es wohl vielen. Unter diesen Umständen, mit diesem Wissen hätte ich mich auch gerne selbst angezeigt. Der Haken dabei, man muss reinen Tisch machen, und das lässt die Selbstanzeige, diese Möglichkeit der Reue, platzen wie eine Seifenblase.

Kein Millionär, und glücklich
Ich stehe immer noch zu meiner Meinung. Jeder hat im Leben die Chance etwas daraus zu machen. Nicht immer gemessen an Geld, auch Glück, Zufriedenheit, Leidenschaft, Abenteuerlust gehören dazu. Wenn ein Uli H. glücklich damit ist, in einer kurzen Zeit so viel Geld zu machen, dann ist das für mich in Ordnung. Ich, als kleiner Fotograf freue mich auch über tolle und größere Aufträge. Nur bezahle ich meine Steuern. Je mehr es sind, desto mehr habe ich auch verdient. In Irgendeiner Form ist das auch gerecht. Alleine die Möglichkeit zu haben, 30 Millionen zu hinterziehen ist schon enorm. Wir reden hier nicht von der Zeit eines Menschenlebens. Wir reden von ein paar Jahren. Das dieser Mensch in Ungnade verfällt, sich das Steuerzahlende Volk dumm vorkommt ist verständlich.

Schon am Prozessauftakt hat es geheissen das es keinen Promibonus geben wird. Kein Normalsterblicher wird jemals die Möglichkeit haben solche Summen zu veruntreuen. Alleine diese Tatsache lässt das Wort Promibonus in Lächerliche gleiten. 3 Juristen Vertreten Uli H. Die Mutter die Ihren Kindern etwas zu Essen aus einem Container vor dem Supermarkt geklaut hat bekommt einen Pflichtverteidiger.

Zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft wurde Peter Graf, der Vater von Steffi Graf wegen lächerlichen 12 Millionen DM (!) verurteilt. Und wie es sich gehört, war er nach knapp über einem Jahr wieder frei. So etwas macht wütend. Bei vielen Fällen ist eine langjährige Gefängnisstrafe angemessen. Die anschliessende Sicherheitsverwahrung ebenso. Aber 3 Jahre und 9 Monate für 6 Millionen EUR. Steuerhinterziehung, von denen man dann 2/3 erlassen bekommt. Auch hier war natürlich von vorne Weg klar, das es keinen Promibonus gibt. Was wäre passiert wenn es einen gegeben hätte? Pflichturlaub an der Elfenbeinküste ?

So abgebrüht wie es sich anhört, so wahr ist es leider auch. Geld regiert alles. Die besseren Anwälte, somit die bessere Strategie. Und dies ist mit Sicherheit nur der kleinste Teil den man als Vorteil wählen kann, wenn man als äusserst Vermögender Mensch vor Gericht steht.

Sich darüber aufzuregen bringt nichts. Auch Uli H. wird für ein paar Jahre verurteilt werden, und ist nach einem, vielleicht zwei Jahren wieder auf freiem Fuß, und sitzt damit 1,2 Jahre kürzer ein, als jemand dem Totschlag oder  ein bewaffneter Raubüberfall vorgeworfen wird. Bei einer Gerichtsverhandlung bei der es um Mord ging, fragte der Richter den angeklagten warum er denn seine Frau umgebracht habe. Als Antwort bekam der Richter folgenden Satz:" Dafür bekomme ich 8 Jahre, und komme nach 4 Jahre wieder raus. Besser als die nächsten 15 Jahre jeden Monat zu bezahlen.. " Das traurige daran ist, es stimmt tatsächlich...

Daraus lernen können wir alle. Das die Selbstanzeige nichts mit Reue zu tun hatte, sondern mit den Kopf aus der Schlinge zu ziehen in Verbindung stand, das 3,5 Millionen ein unbedeutender Klacks ist, und das eine gute Show immer von Vorteil sein kann. Für mich macht es keinen Unterschied ob ich von Uli H. im Fernseher , oder von Lieschen Müller angelogen werde. Wir Leben in einer Zeit in der man immer davon ausgehen muss, das sich jeder selbst der nächste ist. Andere sind sich durch Millionen nur näher.


Sonntag, 2. März 2014


Schrei(b)e es hinaus in den blauen Facebookhimmel

Warum manches gar nicht so dramatisch ist, was tatsächlich dahinter steckt, und warum es sich immer lohnt etwas genauer hin zu sehen. 

Facebook ist nach wie vor ein Medium das ganz leicht zum Teufelswerkzeug heranreifen kann. In diesem Beitrag geht es um Verhalten, um die richtige Sichtweise, und warum es nicht schlimm ist, wenn das eigene Leben auf der Überholspur stattfindet. 



Selfies, Urlaubsbilder, Sprüche, Informationen, Mitteilungen, oder Tipps... Das alles findet man bei Facebook. Zumindest auf den ersten Blick....
Als Fotograf lernt man mit der Zeit genauer hinzusehen. Man lernt Dinge zu erkennen, die das "normale" Auge übersieht. Man lernt aber auch in Punkto Menschenkenntnis unglaublich viel dazu. Warum? Weil man jedenTag mit vielen verschiedenen Menschen zu tun hat. Zumindest bei mir ist es so. Und da jeder Mensch anderst ist, verschiedene Vorstellungen hat, unterschiedliche Wünsche darlegt, entwickelt man mit der Zeit quasi ein drittes Auge. Man erkennt sehr schnell was das Gegenüber versucht zu visualisieren. Man nimmt Worte ganz anders auf, und begreift die Zusammenhänge warum genau dieses Wort in jenem Zusammenhang gewählt wurde. Alles Zufall. Nein. Alles Absicht. Sonst wäre es schier unmöglich zu kommunizieren.

Wer mag, achtet einmal im Detail auf das was sich im Hintergrund abspielt. Was auf Tischen liegt, auf Zetteln steht, was sich spiegelt, was an der Wand hängt. Die fortgeschrittenen unter euch erinnern sich vielleicht noch an das ein oder andere Wort, und entdecken somit eine ganz neue Welt auf Bildern, was man so auf die schnelle vielleicht gar nicht wahrnimmt. Es aknn einem das schmunzeln ins Gesicht treiben. Versprochen.

Hat bei Facebook so einiges begriffen.
Jedes Verhalten hat ein Motiv. Das lernt jeder Psychologiestudent im 1. Semester. Der ein oder andere Leser wird nun langsam begreifen, warum der Beirtag hier Schritt für Schritt runder wird. Was für den Text zum Bild gilt, gilt natürlich auch für die Kommentare, und, natürlich auch für mich selbst :-)

Emails sind davon im übrigen genau so betroffen. Manchmal bekommt man Antworten in denen ein Blinder erkennt das es Menschen gibt, die denken man fällt auf Ihre Show herein. Das Motiv? In einer wahren Unterhalten würde man es "vor sich hin stottern" nennen. Bei Emails ist es einfacher. Man tut einfach so als hätte man Ahnung. Der Nachteil gegenüber einem Gespräch ist, das man Emails weiterleiten kann. und das mit jedem Acount der Welt.

Auch kleine Zeitreisen, dank der geordnenten Chronik können Spaß machen. Wie war das ganze 2012, und was ist heute? Was ist alles inzwischen passiert, und machen manche Dinge tatsächlich Sinn? Wie reagieren, und vor allem mit was, andere auf Posts? Manche Nettigkeiten sind gar nicht so nett, wogegen unbequeme Wahrheiten einen echten Mehrwert haben können.
Da werden Ärztliche Dokumente mit allen Informationen gepostet, Menschen markiert, zugelassen, geteilt, und ganze Leben in Chroniken verschoben. Ein gefundenes Fressen für jeden, der es manchmal gar nicht so gut meint mit euch. Wie oft bekomme ich Bildschirmkopien von Einträgen, und Nachrichten, in denen es heisst:" Interessant gell, wei Er/Sie wirklich über Dich denkt".

Ja, es ist durchaus interessant. Nichts neues, aber, zugegeben, interessant. Um nochmals auf das Thema Motiv zurück zu kommen... Auch hier haben beide Seiten Ihr Motiv. Die eine Seite will zeigen das der Missmut durch die eigene persönlichkeit durchaus vertreten wird, und die andere Seite warnt vor solchen Menschen. Ein Spiel wie es 1.000 mal in Deutschland jeden Tag vorkommt.

Mehr oder weniger neu ist daran, das man gar nicht bei Facebook sein muss. Es reicht vollkommen aus in einer kleineren Stadt zu wohnen. Der Rest wird von denen erledigt, die Ihre eigenen Motive haben, sich ins Unglück zu stürzen.

Gross reagieren muss man im übrigen gar nicht. Es reicht vollkommen aus, im stillen Kämmerlein ein kleines Knöpfchen zu drücken, und kurz abzuwarten. Immer gesetzt den Fall, es ist die Zeit wert, was bei mir in 98% der Fälle nicht der Fall ist.

Warum schreibe ich solch einen Beitrag? Weil viele Menschen Lust haben eine Freude mit anderen zu teilen. Manchmal muss man: "Es ist Frühling, die Sonne scheint", in den blauen Facebookhimmel  schrei(b)en. Und wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, so gibt man niemanden die Vorlage für ein paar Gewitterwolken. Ich selbst tu mir schwer auf "Gefällt mir" bei Krankenhausbilder oder Unfällen zu drücken. Meist nehme ich mir die Zeit und kommentiere es. Ein Gefällt mir Button hat etwas wie ein freundliches lächeln für mich. Liegt ein Freund im Krankenhaus, mache ich mir Sorgen. Den "Ich sorge mich um Dich" Button gibt es nicht. Auch keinen "Ist mir egal", Eh nur Show", und der "Armer Kerl" Button fehlen. Facebook müsste eine Menge Buttons einfügen wenn es ehrlicher zugehen sollte.
Selbst wenn uns diese Buttons zur Verfügung stehen würden, so bin ich mir sicher, es gäbe hunderte von Motiven, warum der falsche gedrückt werden würde. Lasst euch von Neidern und Versagern nicht ärgern. Zieht euer Ding durch, und achtet einmal auf die Augen, ob diese tatsächlich immer zu einem lachen passen.

Es gibt durchaus ganz viele Motive warum man neidisch auf euch ist. Das fängt beim Job an, und hört beim glücklich sein auf. Jeder hat die gleiche Menge an Zeit. 24 Stunden pro "Tag". Jeder hat das gleiche Recht, und die gleichen Möglichkeiten. Zugegeben. Einige haben von Haus aus etwas bessere Karten. Dafür haben andere eine höhere Begabung. Manche haben etwas Glück, andere Pech. Oder ist das gar nicht so? Haben wir vielleicht das ganze zu 100% selbst in der Hand. iegt es am Pech nicht einfach von vorne anfangen zu wollen, und zwar solange bis sich der gewünschte Erfolg einstellt?. Lasst uns nicht über Glück oder Pech sprechen. Lasst uns über "wollen, aufgeben, tun und resignieren" reden.

Wer tatsächlich glücklich ist, dem ist es wirklich egal ob es anderen vielleicht unter Umständen noch besser geht. Wer glücklich ist, gibt seinen Senf nicht dazu.  Bestenfalls wird ein glücklicher Mensch etwas ignorieren und sich dabei denken:" Nun, ich selbst seh das vielleicht etwas anders, aber hey, was soll's.. Wenn es Ihm / Ihr gefällt... " Die andere Sorte kann gar nicht anderst. Es ist die Chance den Finger in die Wunde zu legen. Und was machen wir? Wir fallen darauf rein, und regen uns darüber auf. Der neider hat sein Ziel erreicht, und uns kostet es Zeit, Energie und Nerven. Wenn ich weiss welches Motiv dahinter steckt, kann ich ganz anderst damit umgehen. Ihn bestenfalls belächeln, und manchmal hat er auch recht. Aber eben nur in seiner Welt. Nicht in meiner.

Wer ehrlich ist, muss manche Dinge nicht extra unterstreichen, nur um in der Hoffnung leben zu können, dass das eine oder andere letztendlich doch noch geglaubt wird. Wer Chancen von euch bekommt darf sich glücklich schätzen. Wer diese mit faulen Ausreden ablehnt muss sich nicht wundern wenn man erkennt das dies wunderbar in ein Gesamtbild passt. In ein Gesamtbilld dessen Happyniss man eh nicht glaubt.  Wer sich immer sofort angegriffen fühlt, der darf euch gerne einmal 2,3 Minuten eurer Zeit stehlen. Ab der 4. Minute müsst Ihr keinen Wert mehr darauf legen, und könnt ohne schlechtes Gewissen das ganze ignorieren. Schliesslich geht es immer um eine Art Messbarkeit.

Menschen die Erfolg haben (und das nciht nur im Beruf) jammern nicht. Sie tun etwas dafür. Menschen die sich in Ihrer Opferrolle bestätigt fühlen, werden immer versuchen sich anders zu verkaufen. Diese Menschen werden auch in 20 jahren dort sein wo Sie jetzt sind. Es macht Spass auf der Überholspur zu leben. Es macht noch mehr Spass anderen zu helfen. Was keinen Spass macht ist gejammere und Hilfe abgelehnt zu bekommen. Aber das muss euch ja jetzt, nachdem Ihr den Beitrag gelesen habt, nicht mehr interessieren. Es gibt schliesslich Gründe warum man euch aus reiner Neugier die Freundschaft noch nicht gekündigt hat. So spannend kann euer Leben sein :-)



Freitag, 21. Februar 2014

Lebenshelden 

Ein kleiner Auszug.



Seit ich das Thema "Lebenshelden als Buch" angeschnitten habe, erreichte mich die ein oder andere Nachricht, worum es denn bei dem Buch geht. Und das... das ist nicht ganz einfach in ein paar Worten zu beschreiben. Deshalb, für alle die es interessiert... ein kleiner Auszug.


(...) der Sommer 89 war fast vorüber und ich erinnere mich noch an eine wunderschöne Strandparty in Süditalien. Meine Eltern pflegten immer den Sommer in Cervo zu verbringen. Meist erstreckte sich dieser Zeitraum über die gesamten Schulferien, so das ist es nicht kannte wie es ist die Ferien mit Freunden zu verbringen, mit denen man sonst das ganze Jahr über zusammen ist. Für mich bedeutete es auch meine Kamera zu reinigen, und mich mit Dingen zu versorgen die es in Italien icht gab. Der kleine Fotoladen im Urlaubsort kannte mich schon, und wusste von meiner Vorliebe für den Agfa 400 Iso Film mit 24 Aufnahmen für 3900 Lire.

Mit den Jahren bildete sich eine Gruppe aus Freunden. Alles Kinder und Jungendlicher deren Eltern die gleiche Gewohnheit hatten wie meine. Einer dieser jugendlichen nannte man "Fish". Fish war 16 Jahre alt, als ein Jahr älter als ich, sportlich, kurze Harre, braungebrannt, groß, gut aussehend, soweit ich das als Mann beurteilen kann. Fish hatte seinen Namen daher, weil er ausschliesslich nur Wasser trank. Warum er das tat hat keinen interessiert, nur mich. "ich will Pilot werden. Kapmfjetpilot. Da muss man Fit sein", bekam ich als Antwort. Kampfjetpilot... Wow. Mir schossen die Bilder von Top Gun durch den Kopf der in etwa der selben zeit im Kino lief. Auf der vorhin erwähnten Strandparty gab es alles mögliche zu trinken. Und natürlich auch Wasser. Wasser in allen möglichen Gefässen. Ich mochte damals kein Wasser.

Ich erinnere mich andiesen Abend noch so gut, weil Fish und ich sehr lange redeten. Die Leidenschaft zum Beruf die uns beide schon in ganz jungen Jahren gepackt hat. Kampfeinsätze in Russland, Fotoshootings in Amerika. Jugendträume. Für mich war immer klar das Fish einmal als Held im Fernseher gefeiert wird. So verging der Abend und die Nacht. Ich machte mich auf den Heimweg der gut 2 Kilometer Sandstrand mit sich brachte. An diesem Abend ist mir eines sehr klar geworden...
Wir alle Leben mehr oder weniger das gleiche Leben. Einige sind reicher, unendlich reicher, einige arm, sehr Arm, es gibt kluge, weniger kluge, dicke, dünne, grosse, kleine, ehrliche, unehrliche, feige und mutige Menschen. Im Kern, im schnitt sind wir alle irgend wo gleich. Uns allen passieren Dinge die wir mit Geld, Klugheit, oder sportlichkeit nicht beeinflussen können. Der Tot der Oma, eine Krankheit, oder ein Zufall der ganz plötzlich passiert.  In dieser Nacht ist mir aber auch klar geworden, das es doch einen gewaltigen Unterschied gibt. Während verlierer sich meist mit der Situation zufrieden und geschlagen geben, handeln Gewinner ganz anderst. Gewinner fangen erst dann zu kämpfen an wenn es spannend wird, und verlierer zum Endspurt im Jammern ansetzen. Gewinner verhalten sich wie Gewinner. Verlierer wie verlierer. Nach vielleicht  20 Minuten war ich zuhause. Zuhause am Meer, weit weg von Schule, Verantwortung und frühem aufstehen. An der Ecke stand eine kleine Strassenlampe die auf einen Mülleiner schien. Ich holte die Kamera heraus, und drückte ab. Noch heute hab ich das Bild bei mir zuhaue. Zuhause in Ulm. Ganz nah bei meinem Studio, ganz nah an der Verantwortung. Heute stehe ich gerne früh auf. (...)