Mittwoch, 29. Juli 2015

Skrupellos und Dumm

Sind wir wirklich alle so dumm ?


Es vergeht fast kein Tag ohne Meldungen. Virus hier, Datenklau dort, Betrug und Abhocke stehen hoch im Kurs. Inzwischen leben wir auch in einer Welt wo Daten verkauft und fast schon wie Bargeld gehandelt werden.  Ich selbst bekomme ebenfalls Emails. Emails mit Angeboten eines Chilenischen Bankers der mir für eine Transaktion eben einmal mehrere Millionen Euro als Dankeschön überweisen will, die Geschichte des armen russischen Mädchens das für einen Hofzofen spart, und natürlich auch wie man in nur 5 Minuten jeden Tag 500 EURO verdient.


Was steckt dahinter ? Dahinter stecken meist Programme die Emailadressen generieren oder Datenbanken in denen die selbige schon hinterlegt ist. Reagiert man darauf, wird die Emailadresse bestätigt und zum Weiterverkauf angeboten. Und das, ist nur die harmlose Variante. Natürlich gibt es kein geheimes Banksystem das alle Geheimnisse zeigt wie man schnell zu sehr viel Geld kommt. Auch kein Royal Casino über das man binnen Sekunden zum Millionär wird. Und ich kann garantieren dass das russische arme Mädchen nicht friert. Bestenfalls schwitzt -er- irgend wo in Afrika.

Vor einigen Jahren war die Zielgruppe deutlicher. Ältere Menschen die gutgläubig Geld verschickt haben. Rentner die um Ihr erspartes gebracht wurden. Menschen die mit der neuen Technik und der nie dagewesene Dreistigkeit nicht umgehen konnten. Heute sind es ganz andere Massen. Soziale Plattformen sind neben Emailadressen eine beliebte Spielwiese. Allerdings, schaut man etwas genauer hin muss man sich auch nicht wirklich wundern.

Zugegeben, manche Maschen sind schon relativ clever aufgezogen. Das Klonen von Profilen, um mit Freunden des gehackten Profils in Kontakt zu treten ist nur ein Beispiel.

Die Mehrzahl der Betrügereien ist jedoch fast schon dumm. Da wird ein kurzer IQ Test angeboten. Unter 140 hat so gut wie niemand in den Testergebnissen. 140 würde bedeuten das wir hier von äusserst hochbegabten Menschen sprechen. 140 würde bedeuten das dafür ein aufwendiger Test gemacht werden muss der sicherlich nicht in 2 Minuten zu Ende ist. Selbst wenn man alle Fragen absichtlich falsch beantwortet, kommen Ergebnisse zustande die jeden Elite Studenten vor Neid erblassen lassen würden.

Natürlich geht es nicht darum den IQ zu messen. Es geht um Daten. Durch das öffentliche Posten sollen Freunde animiert werden ebenfalls mit zu machen. So verbreitet sich der Datenklau binnen kurzer Zeit über einen ganzen Kontinent. Statistiken, Nutzerverhalten, Informationen. All dies sind Daten die verkauft oder zumindest genutzt werden.

In schlimmeren Fällen gibt es dann noch Kredite ohne Schufa, hochlukrative Nebenjobs, und Börsengeheimnisse frei Haus. Systeme bei denen eines im Vordergrund steht. Man verliert. Man verliert Geld aus Gier. Das ist das Grundprinzip. Solange bei Facebook dafür bezahlt wird diese Masche zu Publizieren. solange wird es Millionen von Usern geben die darauf hereinfallen.
Und genau das ist das erschreckende für mich.

Sind wir alle samt so dumm um auf solche Dinge rein zu fallen ?Wird hier tatsächlich mit der Naivität gezockt ? Skrupellosigkeit trifft Naivität. Solange dies funktioniert, solange wird ewig versucht den grossen Reibach mit der Dummheit zu machen.

Donnerstag, 30. April 2015


Hinrichtungen in Indonesien


Multikulti, Hilfen, soziales Abkommen. Menschenrechte, Gleichbehandlung, Humanität.

Die Hinrichtungen der Drogenschmuggler in Indonesien haben gezeigt das die Welt immer noch Ewigkeiten davon entfernt ist zusammen zu rücken. Man dealt nicht mit Drogen. Schon gar nicht in solchen Mengen wenn es um Kilo Angaben geht. Aber man erschiesst auch keine Menschen als Signal. Zwischen 50 Gramm und 90 Kilo wurden bei den verurteilten Gefunden. Marihuana, Heroin, Kokain. Mengen bei denen sich kein Grossdealer in teilen Europas die Finger schmutzig machen würde. Aus Angst vor der Höchststrafe entstehen neue ,vielleicht eigene Wahrheiten. Ob es nun der Wahrheit entspricht unwissend als Kurier missbraucht worden zu sein, bleibt offen. Anders wie bei uns muss in Indonesien der Angeklagte beweisen das man unschuldig ist. In solch einer Situation äusserst schwierig.

Manch einer geht bewusst das Risiko ein. Das Risiko für etwas Geld mit dem Leben zu bezahlen. In der Hoffnung das es schon gut gehen würde. Wer bereit ist vorsätzlich dieses Risiko zu tragen muss naiv sein. Geld durch Drogen zu verdienen um danach hingerichtet zu werden. In ärmsten Verhältnissen , liegend unter einem handbemalten Holzkreuz. Frisst Gier wirklich Hirn? Ist die Erschiessung solcher Menschen gerechtfertigt ? Wie schwach ist Diplomatie wirklich die nichts erreicht hat, und wer sind die Hintermänner für die die Drogen geschmuggelt werden und wurden?

Welche Gedanken gehen einem durch den Kopf? 72 Stunden vor der Hinrichtung. An einem Waldrand umgeben von Zitronenbäumen. War es das alles Wert? Fühl ich mich schuldig?

Was durch die Köpfe solcher Menschen geht kenne ich nur aus Zeilen. Vor vielen Jahren hatte ich Briefkontakt mit einem deutschen der in den USA in der Todeszelle gesessen hat. Ein kleiner Brief, ein paar Zeilen wurden zum Highlight der Woche.

Es ist schwer, gerade auch für die Justiz Grenzen zu ziehen. Im Jahr 2015 geht es nicht mehr um die Bestrafung durch den Tod wegen 50 Gramm Heroin. Es geht um Politik. Um Signale setzen. Um Verzweiflung weil man sonst Probleme nicht mehr anders in den Griff bekommt. Alleine deshalb ist die Indonesische Regierung für mich gescheitert. Gescheitert an der Verantwortung ein Land zu regieren. Gescheitert am Menschen , gescheitert an Würde, gescheitert an tatsächlicher Freiheit die über Leben und Tot entscheidet.


Freitag, 20. Februar 2015

Von Klatschweibern, Freunden und dem schmunzeln danach

Jean de La Bruyère (1645 - 1696)


Ich selbst habe nichts gegen Gerüchte. Gerüchte haben dazu beigetragen bekannt zu werden. Ich freue mich noch heute über gute Gerüchte, und bin froh das noch so fleissig über mich geredet wird. Wenn man neugierig wird, und einen dann die Menschen persönlich kennen gelernt haben, ist  dann auch immer alles schnell wieder vom Tisch und man kann sich das schmunzeln nicht verkneifen wenn Namen fallen. 

Ich hab auch nichts  gegen Dummheit. Wenn kleine wurstige Fingerchen irgendwelche Stellvertretungen Übernehmen und Freunden von mir Brühwarm erzählen was es so erfundenes neues gibt. Das dies an unprofessionalität nicht mehr zu überbieten ist sei dahin gestellt. Wie ich darauf reagiert habe ? Wie immer. Ich kann nicht schlecht über Menschen reden. Ich kann vielleicht den ein oder anderen Hinweis geben, aber ein Klatschweib war ich noch nie. Ich mag diese Art von Dummheit weil sie leicht verdaulich ist. Ich mag diese Dummheit aber auch, weil durch das hohe mass an Naivität daran geglaubt wird das es eine Einbahnstrasse ist. Eine Einbahnstrasse in der nur die eigenen Gerüchte Platz haben. Liebe Klatschweiber, das stimmt leider nicht. Eure Gerüchte kosten euch richtig Geld. Das versteht Ihr nur nicht wirklich . Aber das ist ein anderes Thema. 

Wie geht man damit um?
Ich kenne Models, viele Models denen es genau so geht. Was haben sie gemeinsam? Sie haben alle Erfolg. Warum wird gelästert ? Weil man neidisch darauf ist. Was passiert? Die bekommen alles brühwarm erzählt, wissen wer dahintersteckt, und freuen sich auf die nächste Möglichkeit sich daran zu erinnern...

Ich kenne Vorstände, Geschäftsleitungen und Führungspersönlichkeiten die genau wissen wie Gerüchte entstehen, und das man darauf gar nicht reagieren muss. Die Klatschweiber gehen in einem Unternehmen meist als erste. 

Würden wir alle keinen richtig guten Job machen, wäre es jedem egal. Das wäre das schlimmste was passieren könnte. Egal zu sein. 

Als ich neulich mit einem Freund von mir sprechen konnte der auf eine Vertretung zur Maniküre gestossen ist, und sich auf eine entspannende Wellnessbehandlung freute , wussten wir natürlich beide wie schnell man sich mit Geschwätz ins "Aus" schiessen kann. Aus der entspannten Wellnessbehandlung wurde eine heisse Gerüchteküche, und aus den angedachten Empfehlungen wurden dann Luft. Heisse Luft. Perfekt passend zum Thema. 

Ich kann dies alles nur an meinem eigenen Beispiel festmachen. Solange man über einen redet ist man noch nicht tot. Ich habe ein halbes Jahrzehnt gebraucht um herauszufinden mit wem ich zusammen arbeiten will, wer dazu passt und von wem man sich besser trennt. Ein halbes Jahrzehnt das dazu geführt hat das sich Picslocation sagenhaft weiterentwickelt hat. Ein halbes Jahrzehnt das mir recht gegeben hat. Ich wäre heute nicht der, hätte ich damals nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Es gibt Menschen die sich bewährt haben. All diese Menschen sind Teil eines grossen ganzen. Ich kenne Menschen die Leben von Empfehlungen weil diese einfach einen sagenhaften Job machen. Und ich kenne Menschen die sich in all den Jahren kein bisschen, dem Körperumfang einmal aussen vor gelassen, entwickelt haben. Von den erfolgreichen höre ich nie etwas was nicht ernst zu nehmen ist.   

Wenn jemand Jahre damit verbringt schlecht zu reden, ohne zu bemerken das es dem anderen mehr nützt als schadet, dann kann man durchaus von einer gewissen Dummheit sprechen. Im Geschäftsleben werden Klatschtanten nie wirklich ernst genommen, im Geschäftsleben nickt man aus Höflichkeit . Im Geschäftsleben geht es um Ergebnisse. 

Privat ist das nicht anders. Ich kenne niemanden der Erfolg hat und die Notwendigkeit besitzt so zu reagieren. Ich kenne Menschen die sich durch mich kennen gelernt haben, die zu mir nicht passten, aber untereinander hervorragend miteinander auskommen. Das dort aus Frust neue Dick und Doof folgen entstehen, dafür habe ich Verständnis. 

Was will man damit erreichen ?
Das Kunden ausbleiben. Was erreicht man wirklich damit ? Genau das Gegenteil. 
Natürlich mag ich auch nicht jeden und alles. Aber schlecht über jemanden reden mach ich nicht. Die allermeisten Menschen wissen, das wenn jemand ungefragt zu erzählen anfängt, man nicht alles glauben sollte. Es wäre ein Kampf gegen Windmühlen. Selbst wenn man jeden Tag mit 10 Menschen sprechen würde, bräuchte man 10.000 Tage um nur den Kernbereich von Ulm zu erreichen. Manche haben gerade einmal 10 Kunden im Jahr.  Das man sich damit mehr kaputt macht als ganz, ist solche Menschen egal. Wer von Unprofessionalität lebt, hat selbst keinen Anspruch auf Erfolg. Wünschen tue ich es jedem . Egal was er oder sie über mich erzählt. Ich wünsche niemanden etwas schlechtes. Ich weiss nur wer was über mich erzählt. Und das reicht schon vollkommen aus weil Tratschweiber immer denken das es nie etwas über sie gibt ;-)   

Donnerstag, 8. Januar 2015

Je suis Charlie

Hat Religion tatsächlich so wenig Humor?

man verfolgt die Schlagzeilen in Frankreich. Hinrichtungen durch radikale Islamisten am helllichten Tag. Gezielte Kopfschüsse treffen einen am Boden liegenden Polizeibeamten. Die offenen Handflächen zeigen das er keine Waffen mehr hat. Wenige Sekunden Später ist er tot.


Ihm folgen weitere Menschen die Ihr Leben lassen müssen. Hingerichtet in Namen einer Religion.

Ich kenne Paris. Man schlendert die chaussee le se entlang. Sitzt im Bistro, trinkt Wein. Wer wirklich dazu gehören will muss französisch sprechen. Kunst, Mode, Lebensfreiheit.

Buddha hätte vermutlich über die Karrikaturen gelacht. So wie er immer lacht. Seit Jahrentausenden.
Was mag in den Köpfen solcher Menschen vorgehen die sich für einen Gott rächen wollen? Für einen Gott der genau so Frieden predigt. In diesem Augenblick als diese Menschen bewaffnet andere unbewaffnete auf offener Strasse erschossen haben war Allah nicht gross.
Da half auch kein Geschrei um dies immer wieder zu unterstreichen.

In diesem Augenblick war Allah für die Welt ein gottloses Monster das mit ausgestreckter Hand Familien den Vater nimmt, Leben auslöscht, Terror Angst und schrecken verbreitet.

Hätten wir die Solidarität in Europa von der wir immer nur träumen, hätte jede Zeitung auf der Titelseite heute eine Karikatur bringen müssen. Eine Karrikatur die zeigt wie unreligiös, Menschenverachtend und dumm es ist sich für eine Karrikatur zu rächen, und dabei im Namen Allahs Gerechtigkeit für die Taten zu suchen.

Das wäre die richtige Antwort gewesen. Jeder König hat Größe gezeigt in dem er Gnade walten lies. Warum ? Weil er es konnte. Er hatte die Macht über Leben und Tot zu urteilen.

Eine Maschinengewehr macht eben noch keinen zum König, sondern zum Mörder. Von Größe keine Spur. Hoffen wir alle das Gott, unter welchem Namen auch immer in Zukunft Größe zeigt und so etwas nie wieder passieren lässt.
 

Je suis Charlie

Montag, 8. Dezember 2014

Je klarer ich werde, desto unklarer wird der Rest.

Je klarer ich werde, umso unklarer wird der Rest.

Liebes Jahr 2014,
seit vielen Jahren schreibe ich Deinen Vorgängern. Nun schreibe ich Dir. Deinen Vorgängern habe ich immer geschrieben was mich durch sie bewegt hat, was man daraus lernt, was denn aber auch so war.


Dir muss ich von Anfang an schreiben, das 2007 ein Stern nach Maisson und nach mir benannt wurde. Der Peter und Maisson Star. Natürlich weiss ich das dies juristisch keine Wirkung erzielt. Aber ich mochte schon immer den Gedanken daran.

2014, als Du noch ganz jung warst liebes Jahr, wurde aus der Sternenurkunde dann leider wirklich ein kleines Sternchen. Der Tot von Maisson machte deutlich das auch Lebenshelden von der Zeit keine Wunder erwarten dürfen. 8 Jahre, bis auf 37 Tage jeden Tag zusammen.. Es war kein sehr schöner Start den Du und ich zusammen hatten. Damals im Januar wusste ich auch noch nicht wirklich wie spannend und bewegend du noch sein wirst.



Alles lebt in einer Veränderung, und erst wenn jeder seine Bestimmung gefunden hat, wird es möglich sein diese Prozesse abschließend zu aktivieren. Einer meiner Hauptaufgaben war es in diesem Jahr auch dies etwas nach aussen zu tragen. Was hatte ich Kunden mit Bewerbungsbildern denen danach klar war worum es beim einzelnen geht. Das ein Verdienst nie Glück ausgleicht, und so manchem wurde auch bewusst warum er immer wieder von vorne anfangen musste.

Aus Mr. Right wurde Mr. armsselig 
Mir ist noch nie so sehr wie in diesem Jahr aufgefallen zu was Menschen aber auch in der Lage sind um an Geld zu kommen. Im Frühjahr  erhielt ich einen Anruf der Ulmer Polizei das gegen mich eine Anzeige gestellt wurde. Worum ging es? Jemand der meine Bilder verwendete und sich nicht an Absprachen hielt forderte für seine kleine Gaunereien auch noch Geld von mir. Der Richter sah es genau so, und nach guten 20 Minuten war der kleine Spuk vom Tisch. Ich bin kein rachsüchtiger Mensch. Es war bewiesen das man mit dem Versuch noch kurz ein paar hundert Euro zu machen scheiterte. Ich mag keine Rache, aber ich mag Gerechtigkeit. Ob sich der Schmierfink eines Ulmer Käseblättchens damit einen gefallen getan hat, bezweifle ich. Die Menschen mit denen ich darüber gesprochen hatte sahen es ähnlich, und reagierten wie ich. Es zu wissen reicht aus. Man muss nicht mehr darüber sprechen. Man reagiert einfach und macht sein Ding weiter. Man lächelt danach nicht jemand aus Scham ins Gesicht nur weil der Plan nicht aufging. Ich kann nur hoffen das er mit Kunden die Werbeanzeigen in seinem Blättchen schalten ehrlicher umgeht als wie mit Fotografen die Ihm sein Bildmaterial zur Verfügung stellen und dafür dann auch noch bezahlen sollen. Ich kann nur hoffen das die vielen Gespräche mit gemeinsamen Kunden etwas wachgerüttelt haben, und man bemerken musste das es wohl wieder nur um eines ging. Um Geld, und dem damit verbundenen eigenen Vorteil. Den Fehler zu machen Ihn weiter zu empfehlen habe ich dann auch sein gelassen.

Es näherte sich der Sommer. Maisson Tot war nun auch schon wieder 4 Monate her, als sich
abzeichnete dass das Haus in dem ich seit 10 Jahre lebte nun abgerissen werden sollte, da auf dem Grundstück 3 moderne Wohnanlagen entstehen sollten. Die bringen natürlich mehr Kapital. Nach 10 Jahren gewohnt man sich an vieles. In 10 Jahren sammelt sich eine Menge an, gerade dann wenn
Gepackt-Auf in ein neues Leben
man so viel Platz hat, das es keine Rolle spielt. Manch einer rieb sich die Hände und freute sich darüber wie ich armer Mann mit einem Köfferchen und Tränen in den Augen auf der Strasse stehe. Manch einer bit seine Hilfe zum Umzug an, und so mancher beobachtete gespannt was nun als nächstes Passierte.  Nun, liebes Jahr 2014 du weisst es. Natürlich war es kein Drama. Man ruft ein Umzugsunternehmen an, bestellt einen Container, sucht sich eine grosse schicke Wohnung in der man sich wohl fühlt, als ulmer natürlich vorzugsweise an der Donau, gibt den Jungs vom Umzugsunternehmen 2 Schlüssel, und geht ins Studio zum Fotografieren. Die Möbel die rausfliegen ersetzt man durch neue. So einfach war das. Die gescheiterte  Köfferchengeschichte schlug einigen allerdings so auf den Magen, das sie Ihren Frust dann gleich beim Makler loswerden mussten. Also ran ans Fax, die betriebswirtschaftliche Auswertung ausdrucken, und binnen Minuten kann man beweisen das an den allerneusten Gerüchten wohl nichts dran ist. Blöd für die, denen es wichtig war schlecht zu reden.

Wie bei Deinen Vorgängern liebes Jahr 2014, so glaube ich auch bei Dir daran das nichts Zufall ist. Als wir im Herbst einen größeren Auftrag erhielten wurde klar das wir mit unserem Studio am Limit angelangt sind. Sicherlich gibt es irgendwo hallen die zu mieten sind, aber weg von der Schwilmengasse, weg vom Herzen Ulm's wäre die wohl schlechteste Lösung. Durch Zufall kam das
Noch ohne Picslocation Werbung
neue Studio ins Gespräch, und ich denke das dies ein gebührender Abschluss für ich sein wird.

Überhaupt hattest Du liebes Jahr 2014 auch sehr viele positiven Seiten. Wieder hatte ich die Möglichkeit neue Menschen kennen zu lernen. Manche dienten als Erfahrung , bei anderen wieder rum entstanden neue Freundschaften. Auch was die Menschen aus Deinen Vorgängern betrifft, so hat sich vieles gefestigt. man kann sich aufeinander verlassen, verfolgt gemeinsame Ziele, und schaut danach, wie man sich das Leben so angenehm wie möglich machen kann, ohne dabei faule Ausreden zu erfinden.

Geschäftlich warst Du das Highlightjahr. Wenn man den Onlineshop einmal aussen vor nimmt, und Picslocation Netto sieht, hatten wir noch nie so viele tolle Empfehlungen wie in diesem Jahr. Was
Hunderte gaben sich 2014 das Ja Wort
bei Picslocation. 
mich Geschäftlich besonders gefreut hat war ein "anlächeln" einer Kollegin die ebenfalls erfolg haben muss, sonst wäre Sie nicht so entspannt gewesen. 

Ostern konnten wir wieder Kinderherzen höher schlagen lassen, und so manche Aktion in diesem Jahr brachte einen viel längeren Hebel hervor als wie wir vermuteten.

Der Abschied von dir wird mir dieses Jahr besonders schwer fallen. ich weiss noch nicht wo und wie. Aber ich weiss die unbarmherzig ehrlich Zeit sein kann. In ein paar Wochen werde ich sagen müssen, letztes Jahr ist Maisson gestorben. Letztes Jahr wohnte ich noch in Thalfingen, letztes Jahr hatten wir noch das kleine Studio in der Schwilmengasse.

Wenn du, liebes 2014 Deinen Nachfolger sehen solltest, so richte Ihm bitte aus das ich mich, auch wenn die Umstände auf Gewohnheit nicht sehr leicht sind, sehr auf Ihn freue.

Angekommen.
Im Grunde hat nun alles seine Endposition gefunden. Es wurde beweisbar das alles richtig war. Es wurde bewiesen das wir als kleine Menschen keine Macht über Leben und Tot haben. Es wurde klar das derjenige seinen Erfolg hat der hart dafür arbeitet, und das wir manchmal sehr wohl bei "Wünsch Dir was" sind. Trotz vieler Gespräche und Warnungen, habe ich mich nicht wirklich vom Kurs abbringen lassen anderen zu helfen. Das man dabei auch für dumm verkauft wird weil man nicht auf
Scheinheiligkeiten hereinfällt stört mich nicht dabei. Auch die Ausreden stören mich nicht, weil es ja nicht mein Leben ist. Mich stört höchstens die Wiederholung. Mich stört die Kurzsichtigkeit zu denken ich glaube alles. Mich stört es wenn man von mir denkt das ich auf naivste Tricks hereinfalle, und man einem schön tun muss um sell oder jenen Vorteil zu bekommen. Reagieren tu ich nur insgeheim darauf, weil ich keinerlei Erwartungen habe. Es sind immer die faulen und dummen die bei anderen faulen und dummen Vorteile suchen. Im jammern ganz gross, hinter der Fassade ein kleines dunkles Loch das sich jeden Abend vor dem schlafen gehen auftut. Überhaupt ist die Konstellation von dumm und faul immer die schlechteste. Dabei würde sich so viel kompensieren lassen.

Wenn ich von langen Urlauben träumen würde.. Ich würde zuerst den Job wechseln. Wenn ich von viel Geld träumen würde... Ich würde mich fragen woran ich gescheitert bin. Wenn ich von Liebe träumen würde, würde ich mir klar machen was mich nicht liebenswert macht.

Perfekte Partner (Hier die Werbeagentur Borst und Partner)
und viele spannende Projekte zeichneten 2014 aus. 
Liebes Jahr 2014, sag doch Deinem Nachfolger das er sich mehr um solche Menschen kümmern soll. Sag ihm, das es durchaus Jobs gibt, die natürlich Urlaub rechtfertigen, aber es doch am schönsten ist, wenn man das tun kann wofür man lebt. Sag ihnen das es ganz einfach ist, viel Geld zu haben wenn man es will. Mach ihnen klar das es lächerlich ist, viel zu wollen aber nichts zu riskieren. Sage Ihnen das Sie niemals ausschliessen können wieder verletzt zu werden und das sie sich dabei soviel verbauen wenn sie in ständiger Angst leben.

Was denkst Du liebes Jahr 2014 wie mich die Menschen die all das lesen nun wahr nehmen werden? Bekomme ich nun von Dir diesen Ratschlag "Es ist nur wichtig was du denkst"? Das wäre enttäuschend, so einen abgedroschenen Satz zu hören. Was denkst Du wirklich ? Sag es Deinem Nachfolger. Ich bin mir sicher er wird es mir übermitteln.




Dienstag, 25. November 2014

Wassertropfen und Insektenflügel

Wie ein Flügel eines Insekts etwas grosses bewirkt.



Jedes mal wenn ich nach Stuttgart fahre komm ich an der Europäischen Wasserscheide vorbei. Eine kleine Schlucht in der ein Fluss in gerader Linie seinen Weg findet.
Und jedes mal fällt mir dabei folgende kleine Geschichte ein....

Es regnet. 2 Wassertropfen fallen nebeneinander herunter. Der eine fällt in den Fluss, wird weitertransportiert bis zur  Donau, und endet im Meer von wo aus seine Reise weitergeht. Der andere prallt auf einem Flügel eines Insekts ab. verändert dadurch leicht seine Flugbahn und endet am Ufer. Eine winzige Kleinigkeit wie ein Insektenflügel schafft es als 2 Dinge tausende von Kilometer zu trennen.

Was passiert dann erst mit großen Dingen ? Als ich am Freitag einen Anruf erhielt, es ging um einen kurzfristigen Termin für ein Shooting, spürte ich noch nichts von einer Veränderung. Es ging um Bilder für ein Werbeprojekt einer mobilen Massagepraxis.

Beim Shooting selbst merkten wir alle da wir ganz gut miteinander können. Ideen und Gedanken entstanden, und natürlich auch die Bilder selbst. Einer der Ideen war eine Überraschung . Ein Überraschungsbesuch am selben Abend. Ich war gespannt und neugierig. Pünktlich um 20 Uhr klingelte es, alles aufbauen, ein Gespräch, die Massage. Bilder auf Facebook, Wohlfühlgefühl, alles war ein Erfolg.

Am morgen danach als der Kaffe langsam die Temperatur erreichte getrunken werden zu können, bekam ich auf Facebook mit, wie inspirierend es war. Sylvia, eine Facebookfreundin deren Beiträge ich schon länger mit Begeisterung verfolge hat sich dazu entschlossen wieder mobile Massagen anzubieten. Mir ging ein wenig das Herz auf. Zum einen weiss ich das es Menschen geben wird, denen dadurch geholfen wird, zum anderen merkte man sofort das es auch Sylvia gut tun wird.

Vermutlich wird sie nach einer Massage weiterempfohlen, bekommt dadurch einen Kontakt, der wiederum etwas ganz neues auslöst. Man merkt schnell wie alle zusammenhängt. Wie alles entsteht, sich verändert. Die Gabe dazu, dies zu erkennen hat jeder von uns. Immer gesetzt den Fall man interessiert sich dafür wie es weitergeht.
Auch ein kleiner Teil des ganzen. 

Dies bedeutet nicht zwangsläufig das wenn jedes mal das Telefon klingelt wunderbare Dinge geschehen. Es bedeutet aber das immer etwas passiert. In der Zeit in der man telefoniert kann man nicht viel anderes machen. Das löst wiederum Situationen aus die sich anders entwickelt hätten wenn man ins geschehene aktiv eingegriffen hätte.

Jede Entscheidung die wir treffen, jeden Tag, jede Stunde und Minute, jede Begegnung die stattfindet verändert irgend etwas. Der Plausch auf der Strasse führt dazu das man zu einer anderen Zeit an einen Ort kommt, der dann schon wieder verändert ist. Es sind andere Menschen dort, als vielleicht vor 5 Minuten. Bei festen Situationen wie der Stammtisch wirken sich die 5 Minuten Plausch dahin gehend aus, das gesprochen wird. Mit diesen Informationen die sonst nicht kommuniziert würden, wird im Nachgang wieder eine neue Veränderung geschaffen. Man könnte hier endlos darüber schreiben. Der Kurze Abschiedskuss am morgen führte dazu das man mit seinem Wagen 12 Sekunden später die Kreuzung erreichte in der das Schulkind unachtsam über die Strasse rannte...

Wir alle sind teil davon. Teil von etwas grossartigem und sehr komplexen. Wir werden nicht mit allem die Welt verändern. Doch manchmal lösen wir Dinge aus von denen wir gar nichts mitbekommen. Immer dann, wenn bei einem selbst oder beim anderen die Zeit dafür reif ist. Dieses ganze System ist der Beweis dafür wie jeder einzelne gebraucht wird, das jeder einzelne eine viel größere Wirkung auf alles hat als man wahrnimmt.

So etwas freut mich. Zu beobachten wie Dinge entstehen. Oft bekommt es der andere gar nicht mit, unter,- oder überschätzt es. Und das dürfte auch gut so sein. Wir würden alle in kürzester Zeit wahnsinnig werden wenn wir alles mitbekommen würden was wir auslösen. Eines ist aber sicher. Wir selbst haben alles in der Hand. Wir setzen unsere Toleranzgrenzen selbst, schätzen ab,  lehnen uns dagegen, und befürworten. Alles im Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir haben die Möglichkeit Mut zu definieren, und dürfen uns genau so vor Entscheidungen drücken. Alles mit dem Ergebnis der Veränderung und dem damit verbundenen das etwas neues entsteht.

Mittwoch, 12. November 2014

Umzug nach Ulm


Fast jeder kennt die Situation. Ein Umzug steht an. Na endlich sagen die einen, Oh Gott sagen die anderen. "Nun denn" sagte ich.

In 10 Jahren kann einiges zusammen kommen. Gerade in einem Haus das massig Platz bietet. 15 Kubikmeter als Containerplatz reichen vollkommen aus meinte der freundliche Fahrer der Ihn wie bestellt brachte.

Haben Sie auch. Nur eben nur ein paar Stunden. Meine 100 Kilo Lebendgewicht reichten aus um ein paar Zentimeter mehr Platz zu schaffen.

Das ein Umzugsunternehmen in der Regel pünktlich ist, davon geht man aus. In der Regel. Gemütlich, während ich schon panisch telefonierte (Ich kannte die Menge) trafen Sie dann ein. 3 Nette Rumänen die eigentlich zu 4 sein sollten. Dies hatte, nebenbei bemerkt, auch den Hintergrund eines amerikanischen Kühlschranks der mehrere hundert Kilo wog. Wir organisierten einen 4 Mann, und nach 7 Stunden, es wurde langsam Abend, wurde klar das man nicht annähernd eine Chance hatte alle fertig zu bekommen, geschweige denn, alles in die neue Wohnung zu gekommen.

So standen wir da. Eine Mastercard, ein paar wenige Klamotten die schrecklich nach Bauschutt müffelten und ein Ladekabel war der einzige Besitz. Zum Glück gab es ein Hotel das uns beherbergte.

Am 2. Tag dann die ernüchternde Nachricht. In den nächsten Tagen wird nicht viel passieren. Nichts, um genau zu sein. Hebebühne kaputt, alle andere im Einsatz. Es begann eine Nacht nach der anderen auf einem Notluftbett. Bandscheibenvorfall inclusive.

Endlich war er da der Donnerstag. Unsere Sachen kamen. Zumindest Teile davon. Da in der neuen Wohnung keine Lampen waren, waren diese natürlich wichtig. Lampen, ja... schön wärs... Die wurden natürlich in der alten Wohnung vergessen. Also vergessen ab zu montieren. Andere Dinge im übrigen auch, dies sollten wir dann allerdings erst bei der Wohnungsübergabe bemerken.

Die Tage füllten sich mit Ausreden und magischen Momenten. Eine ganze Küche die niemals von dem Umzugsunternehmen mitgenommen werden sollte war unter anderem für alles verantwortlich. Gedächtnislücken taten sich auf, und wie ein heiligen Abendmahl ist der Groschen dann gefallen als der Hahn drei mal krähte.

Die Zeit für die Besichtigung vor dem Umzug um alles kalkulieren zu können, hätte man genau so gut in  St. Tropez verbringen können. Zum Glück wurde der Dachboden noch von uns leergeräumt. Auch dies wurde natürlich nie vereinbart.

Unsere Sachen haben wir nun alle wieder. Einige haben wir bei der Übergabe selbst geholt, bei anderen hat es funktioniert. Einige neuen mussten wir entsorgen, da sonst die Übergabe nicht funktioniert hätte. Und dies war günstiger als nochmals einen Monat Miete zu bezahlen.

Wir baten um Termine um alles zu besprechen. Wir bettelten um unsere Sachen. Wir hatten Tagelang Geduld. Bislang war das Ergebnis ernüchternd .

Subunternehmer arbeiten für grosse Speditionen. Logistik muss funktionieren. Vielleicht tut Sie das auch. Wer umzieht muss sich auf das Unternehmen verlassen können. Den Schaden den wir hatten geht in die tausende. Arbeitsausfall weil alles auf LKW's war, Hotelkosten, Klamotten, was weiss ich was noch alles. Vielleicht hat man am falschen Fleck gespart. Wir gingen davon aus, das es nicht so war als wir den Auftrag unterschrieben haben.